Thermaischer Golf

Beim Zeus: Den Frühling im Tal des Olymp erleben

Orte, die man zum ersten Mal sieht: Erst sind es blinde Flecken auf der Landkarte. Die eigene Vorstellung speist sich aus Infos, die man vorher nebenbei erhascht, und Erzählungen von anderen, die schon einmal da waren.

Unser Ziel war die Küste unterhalb des Berges der Götter: dem Olymp. Auf dem griechischen Festland war ich noch nie, und die Fotos auf Instagram hatten mich vorab nicht überzeugt. Aber als wir von Thessaloniki nach Paralía fuhren, wusste ich, dass ich nicht recht behalten würde.

In allen Teilen der Welt sind fruchtbare Täler, die sich wie eine Decke bis vor die Füße von Bergen legen, der schönste Anblick. Besonders, wenn die Vegetation üppig ist – wie auf dem spanischen Festland, das reich an Orangen- und Zitronenbäumen ist. Das Pendant in Griechenland sind Olivenhaine und Mandelbäume.

Aber in keinem Teil der Welt steht man am Strand und schaut, den Kopf in den Nacken gelegt, hoch zu schneebedeckten Gipfeln von Dreitausendern. Es gibt keinen Ort, nirgends. Ich habe recherchiert – es ist wahr: Entweder befinden sich so hohe Berge weit weg von der Küste im Binnenland oder die Berge sind zwar vom Strand aus zu sehen, aber nicht so hoch.

Und das ist das einmalige am Landstrich zu Füßen des Olymp. Vielleicht hat das die Götter bewogen, den Berg zu ihrer Wahlheimat zu machen.

 

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Zwei Top-Sehenswürdigkeiten

 

Dem Himmel so nah: Meteora

Es gibt einen Song von REM, der heißt Near Wild Heaven. Ich habe ihn mit 15 gehört, als mein Haustier – ein Kaninchen – starb. Ich hockte drei Abende lang vor dem Käfig, Schillers Don Carlos auf den Knien für die anstehende Deutschklausur, und hoffte, dass meine bloße Anwesenheit dieses Tier irgendwie retten könnte. Natürlich kam es anders.

Near Wild Heaven – daran musste ich sofort wieder denken, als ich staunend über eine Schlucht hinweg auf die monumentalen Felsen schaute, auf denen die Meteora-Klöster thronen. Die Größe einer unbewiesenen höheren Macht und die Winzigkeit des Menschen, hier wurde es mir wieder vor Augen geführt.

Logisch konsequent, dass dies ein Ort für Geistliche ist, die ihr Leben ausnahmslos dem Beten und der inneren Einkehr widmen. Wer auf einem Felsen lebt, der kann ja gar nicht anders. Der Blick auf das schneebedeckte Pindos-Gebirge gegenüber und das Tal, irgendwo weit da unten, lassen keine Alternativen zu.

 

PIN IT! Castles in the sky: Eines der Meteora-Klöster heißt Agía Triáda.

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Das Meteora-Kloster Agía Triáda (Heilige Dreifaltigkeit) befindet sich in 565 Metern Höhe auf einer schmalen Felsnadel aus dunklem Sandstein. Ursprünglich war es nur über Seilwinden und Strickleitern zugänglich. Als ich es sehe, denke ich: Wie haben sie es nur geschafft, an diesem Ort ein Gebäude zu errichten? Die treibenden Kräfte, die dieses Wunder auf den glattgewaschenen Steinen bewirkt hatten, waren die Liebe zu Gott und die Askese.

Ein wenig asketisch veranlagter Doppelagent namens 007 rüttelte Anfang der Achtziger Jahre die Ruhe des vor vielen Millionen Jahren entstandenen Antichasia-Gebirges auf. Dass in Meteora James Bond: For Your Eyes Only (In tödlicher Mission, 1981) gedreht wurde – davon erzählen sie in den beiden Orten Kalambaka und Kastraki noch heute.

 

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(https://www.youtube.com/watch?v=uFt8UppbK1I) Als vor Korfu ein britisches Spionageschiff unter- und dabei ein Steuerungsgerät verlorengeht, wird Agent 007 darauf angesetzt. Er verbündet sich mit der wunderschönen Melina, die den Mord an ihren Eltern rächen will. Nach Tauchgängen und einer spektakulären Skifahrt durch einen Bob-Schlitten-Tunnel verfolgen sie den Millionär Kristatos bis nach St. Cyril’s alias Meteora. Auf dem riesen Felsen kommt es zum Showdown.

Für die Schlussszenen von For Your Eyes Only wurden die Aufnahmen an zwei Orten zu einer Kulisse zusammengeschnitten. Die Actioneinlage mit der Strickleiter drehten die Filmemacher auf der Balustrade des Klosters Roussanou. Auch dieses wurde auf einer eindrucksvollen, senkrechten Fels-Säule gebaut und sieht aus wie ihr natürliches Ende.

Von den insgesamt 24 Klöstern und größeren Einsiedeleien kannst du sechs besichtigen, eins davon ohne Treppen und Aufstiege. Mit dem Auto kommst du in die Nähe jedes für Besucher geöffneten Klosters und findest einen Parkplatz oder stellst den Wagen auf dem Seitenstreifen ab. Manche Touristen erwandern die Klöster von den beiden nahegelegenen Orten aus.

Ich halte generell nichts davon, dir Routen vorzuschlagen, weil ich der Meinung bin, dass die selbst gemachte und noch nie zuvor erlebte Erfahrung durch nichts zu ersetzen ist. Trotzdem ist es natürlich hilfreich, vorher die wesentlichen Infos zu recherchieren – insbesondere, weil jeweils ein Kloster an einem Wochentag geschlossen ist.

Die sechs noch bewohnten Klöster heißen: Agios Nikólaos Anapavsás, Rousánou (Arsánou), Varlaám, Metamórphosis (Megálo Metéoro), Agía Triáda und Agios Stéphanos

Die Seite https://www.infotouristmeteora.gr/ ist meiner Meinung nach am besten geeignet, um Infos zu den Öffnungszeiten und zur Entstehungsgeschichte von Meteora zu erhalten, die nachweislich bis ins 11. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht. Auf Wikivoyage erhältst du eine Skizze mit dem Lageplan der Klöster und dem Namen der sie umgebenden Felsnadeln.

Wir fuhren den Ort Kalambaka von Larissa aus an, und schon von weitem sieht man die riesigen Felsen, auf denen das Weltkulturerbe erbaut wurde. Unser erster ausführlicher Stopp mit kurzem Aufstieg war Agia Triada, das noch heute bewohnt ist.

Danach steuerten wir über Serpentinen die höhergelegene Taverne Monaxia an, die in einiger Entfernung zu Meteora eine Sicht von weitem über die Klosteranlagen bietet. Das Kloster Varlaam erreichten wir kurz vor der abendlichen Schließung und entschlossen uns, einfach nur von einer Mauer aus den Blick über Tal, Wald und Natur schweifen zu lassen.

Denn auch ohne die Klöster wäre Meteora – allein durch seine wunderschöne Natur – ein spektakulärer Ort. Die schönsten Fotos gelangen uns unterhalb der Klöster Varlaam und Roussanou, die du als erstes siehst, wenn du Meteora von Kastraki aus ansteuerst.

 

PIN IT! Kloster Varlaam.

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PIN IT! Kloster Roussanou.

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PIN IT! Roussanou von der anderen Seite aus.

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In dem kleinen Ort Kastraki genoss ich mein Tee-Ritual, bevor wir über die thessalische Ebene zurück zum Abendessen fuhren. Bestimmt hätte die Pizza aus dem Steinofen im Meteora Vavitsas Restaurant (Google Local) auch sehr gut geschmeckt. Neben dem Gebäude rösteten sie schon die Paprika dafür auf einem Grill 😋

 

Die Enipeas-Schlucht am Olymp

Die malerische Stadt Litochoro ist der Ausgangspunkt für Expeditionen auf den Olymp. Als wir auf die Enipeas-Schlucht zufuhren, fühlte ich mich sofort an Fernsehbilder von Banff, einem Skiresort in Alberta, Kanada erinnert: Man fährt eine schnurgerade Hauptstraße entlang, die Bergmassive frontal im Blick, während Häuser und Geschäfte nur gebaut zu sein scheinen, um den Kontrast zwischen Höhe und Erdniveau zu demonstrieren.

In der griechischen Mythologie spielt der Olymp eine zentrale Rolle als Wohnort der Götter und gleichzeitig als Himmelskonzept. In Homers Odyssee ist der Begriff Olymp (Οὔλυμπος / Oulumpos) ebenfalls ein Synonym für den Himmel, jedoch kein spezifischer Ort. Erst im 5. Jahrhundert bc. bezeichnete der Geschichtsschreiber Herodot den geografisch existierenden Berg als Wohnsitz von zwölf Göttern. Damit verlegte er die Adresse von Zeus, Hera, Pallas Athene und den anderen neun übermächtigen Herrschern für immer aufs nördliche griechische Festland.

 

PIN IT! Litochoro am Eingang der Enipeas-Schlucht.

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PIN IT! Der Olymp ist wie ein Hufeisen geformt.

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Abseits von Mythologie und Geschichtsschreibung kannst du dir die Formation des Olymp wie ein Hufeisen vorstellen, und die Mitte bildet die gewaltige und mächtige Schlucht des Enipeas. Der Enipeas ist ein Fluss. Wer zum Olymp hochwandert, befindet sich stets in der Nähe des Gebirgsbaches und muss – wie bei Peter Maffay – 7 Brücken bis zum Basecamp Prionia überqueren.

Der Fuß des Mount Olympus erstreckt sich fast bis zum Meer, und sein Gipfel misst 2.918 Meter – nach neuen Messungen sogar mehr. Genau genommen hat der Olymp nicht nur einen Gipfel. Der höchste Punkt heißt Mytikas, gefolgt von Skolio (2911 m), Stefani (2909 m) und Skala (2866 m). Zwischen Skala und Mytikas befindet sich Kakoskala, ein Grat, über den der Mytikas durch leichtes Klettern erreicht werden kann. Auf dem Nebengipfel Profitis Ilias befindet sich die höchstgelegene Kapelle der Balkanhalbinsel.

Litochoro liegt an den Hängen des Olymps verbindet das Meer und die Berge. Am oberen Ende des Dorfes gelangst du auf den europäischen Fernwanderweg E4, der von Portugal nach Zypern führt. Der Abschnitt über den Olymp ist 32,5 Kilometer lang, aber die meisten Hiker erwandern „nur“ die rund neun Kilometer von Litochoro nach Prionia.

Auf dieser Strecke solltest du laut Olympus National Park Information Center für den Hinweg fünf Stunden einplanen. Der Eingang in die Welt des Nationalparks liegt am Restaurant Myloi (Maps). Und es ist wirklich eine Welt für sich. Die Natur und der mit Findlingen gesäumte Weg entlang des Flusses sind – gerade im Frühling – wunderbar.

 

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Zwischen Start und Ziel sind 740 Höhenmeter zu überwinden und du durchquerst dabei zwei Vegetationszonen. Anfangs befindest du dich noch innerhalb der typisch mediterranen Pflanzenwelt, aber je höher du kommst, desto mehr fühlst du dich plötzlich an deutsche Wälder erinnert – nur sind sie deutlich wilder und ursprünglicher.

Das Highlight der Wanderung ist definitiv der Fluss, an dem du immer wieder Wasserfälle und Pools entdecken kannst. Das Wasser der Pools ist glasklar. Dutzende Grüntöne ergeben eine funkelnde Kulisse.

 

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Mein Tipp: Suche vor der Wanderung das Olympus National Park Information Center auf. Dort erhältst du gute Tipps, um deine Wanderung innerhalb der zur Verfügung stehenden Zeit effektiv zu planen. Außerdem darfst du eine Karte abfotografieren, die dir hilft, die Sehenswürdigkeiten zu finden. Denn auf der Strecke liegen auch ein Kloster und eine Höhlenkirche. Das Kloster Holy Monastery of Agios Dionysios diente im Zweiten Weltkrieg Widerständlern als Unterschlupf und wurde 1941/1943 von Sprengstoff und Bomben der Nazis fast zerstört. Eine halbe Stunde entfernt liegt die Höhlenkirche Agion Spilaion.

Weil wir erst nach 12 Uhr am Information Center eintrafen, rieten uns die netten Mitarbeiter dazu, nicht die gesamte Strecke von Litochoro nach Prionia und zurück zu wandern. Wir wären in die Dunkelheit gekommen. Deshalb fuhren wir mit dem Mietwagen zum Kloster Agios Dionysios und stellten den Wagen dort ab. Von dort wanderten wir zum Basecamp Prionia.

Ich muss sagen, dass ich es ziemlich spannend und aufregend fand, zu einem Basecamp zu wandern. Da ich in Norddeutschland wohne und mich seit jeher bei Urlauben immer zum Meer hin orientiere, habe ich kaum wirkliche Wander- oder Gebirgserfahrung. Wenn, dann ist es Jahre her, dass ich den bayrischen Teil meiner Familie an den Tegernseer Voralpen besucht habe. Außer einem Aufenthalt in Norwegen 2017, einem Tag am Glacier Point im Yosemite Park 2010 und ein paar gescheiterten Wanderversuchen in Glencoe, Schottland 2003 kann ich mich nicht erinnern, jemals im Gebirge gewesen zu sein.

 

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PIN IT! Im Basecamp Prionia ist es supergemütlich.

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Weil wir uns viel Zeit am Enipeas und seinen Pools, Wasserfällen und Blumenwiesen ließen, waren wir erst gegen 15.30 Uhr wieder zurück am Kloster und wanderten dann zur Höhlenkirche. Gegen 17 Uhr sahen wir in Litochoro zu, wie die Sonne sich allmählich hinter dem Olymp und der mächtigen Enipeas Schlucht zu senken begann.

Zurück ging es ins Hotel bei Paralía – ein Ort, an dem die Wirtschaftskrise nach wie vor in vielerlei Hinsicht präsent ist.

 

Ein Land zwischen Agonie und Erholung

In den Straßen von Paralía riecht es nach frischer Farbe, überall wird hantiert, ausgebessert und die Fassaden für den kurz bevorstehenden Touristeneinfall auf Vordermann gebracht (*Beitrag entstand im April 2019). Fast zehn Jahre musste Griechenland mit Milliardenkrediten gestützt werden, im Sommer 2018 sollte der Rettungsschirm eigentlich zugeklappt werden.

Aber noch ächzt Hellas unter einem Schuldenberg von fast 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Wenn die Regierung in Athen wieder auf eigenen Beinen stehen will, müsste sich die Wirtschaft deutlich schneller erholen. Doch wer an einem ganz normalen Werktag auf die Autobahn fährt, wundert sich, wie wenig Verkehr in Europas ältester Handelsnation herrscht.

Bei einer Arbeitslosenquote von 21,5% (Jugendarbeitslosigkeit: 48,1%) scheint Benzin (rund 1,60 €/l.) für viele Einheimische schwer bezahlbar, zumal die Mehrwertsteuer in Griechenland bei 24% liegt. Dazu kommt, so der General Manager unseres Hotels, dass viele nach der Einführung der Maut lieber auf die Landstraßen ausweichen.

Für Reisende bietet die wirtschaftliche Situation den klaren Vorteil günstiger Preise – aber Vorsicht: nur dort, wo auch Einheimische einkehren. 1,50€ für den Kaffee würde ich nicht als alltäglich in einem europäischen Hauptreiseland bezeichnen. Im Hotel oder stylischen Bars, die nur von Touristen besucht werden, musst du allerdings für einen normalen Filterkaffee und einen Tee zusammen mindestens 7€ rechnen, denn an diesen Orten schlägt die Mehrwertsteuer voll zu Buche.

 

PIN IT! Die stylische Caldera Bar gibt es seit 20 Jahren. Sie liegt direkt am Strand und ist „very instagramable“.

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Aber die Crew des 5*****Hotels SENTIDO Mediterranean Village (sehr guter Sauna- und Fitnessbereich, tolle Outdoor-Lounge) erwies sich umgekehrt als sehr großzügig, indem sie uns einmal eine beim Abendessen bestellte Flasche Wein erließ und uns ein anderes Mal ein kostenloses Frühstück an der Bar servierte, nachdem wir die Zeit verschlafen hatten. Besonders positiv blieb uns der perfekt deutschsprechende General Manager im Gedächtnis, mit dem wir ein paarmal über die politische und wirtschaftliche Situation in dem Urlaubsland plauderten.

Deutlich spürbar war der Frust der Einheimischen auf die Politik und den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Im Gegensatz zu Deutschland, wo meines Erachtens nach wie vor auf sehr hohem Niveau geklagt wird, konnte ich in Griechenland die verärgerte Haltung der Menschen durchaus verstehen – vor allem, weil gravierende Umweltprobleme vom Staat auf private Schultern verlagert werden.

Tieftraurig ist der Zustand von Strand und Meer an diesem Abschnitt der Mittelmeerküste. Wer dagegen etwas tun und Müll sammeln möchte, sollte statt einem Beutel lieber einen Jeep mit Laderaum mitbringen, denn Fässer aus Indien, in denen einmal Chlor gelagert war, passen in keinen Beutel.

 

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Ein weiteres Problem sind die herrenlosen Hunde, die überall herumstreunen und um die sich niemand kümmert. Und so trotten sie planlos, ziellos an den Stränden des Thermaischen Golf entlang – in der Hoffnung, dass ein Tierheim die weitere Last tragen kann oder ein Privatmensch sich ihrer erbarmt. Ob die Tiere kastriert und geimpft sind, diese Frage bleibt offen. Obwohl ich definitiv kein Hunde- sondern ein Katzenmensch bin, schaute ich oft mitleidig in die abwartenden Augen der Tiere, die uns wohl als nette neue Hundeeltern ansahen. Bis eines Tages ein großes schwarzes Exemplar so angriffslustig auf uns zurannte, dass ich das Thema lieber nicht weiterverfolgte.

Diese ganzen Eindrücke wurden nur noch von der Infrastruktur getoppt, die ich noch in keinem Teil der Welt gesehen hatte. Da gab es Hütten aus irgendeinem Kunststoff, auf denen der Gipfel des schlechten Geschmacks in Form von gerupften Palmen thronte. Wohl sollten diese Hütten Strandbars darstellen.

 

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Bei den Hotels im Nachbarort Korinos, von Reiseanbietern als „malerisches Fischerdorf“ beschrieben, erinnerten die Grünanlagen eher an eines dieser amerikanischen Atombombentestgebiete, wo mit Puppen und Schaukeln lebensecht Häuser simuliert wurden. Ein verlassener Jahrmarkt, eine verlassende Kartbahn – der Instagram-Account Abandoned Places (abandoned = aufgegeben, verlassen, preisgegeben, ausgesetzt) könnte an der Küste von Paralía Fotomaterial für eine wirklich lange Zeit sammeln.

 

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Obwohl ich die Motive als fotografisch und künstlerisch herausfordernd empfand, glaube ich nicht, dass du verreist, um unter dem Hashtag #trash zu posten.

Wenn du meinen Blogbeitrag aber zum Anlass nimmst, dir die Region Pieria wegen ihrer Frühlingsblüten, Wanderrouten und kulturellen Sehenswürdigkeiten auf der Landkarte zu merken, würde ich dir unbedingt raten, eine Unterkunft im Hinterland, zum Beispiel in Litochoro, Dion oder Katerini, zu buchen. Dann steht einem tollen und günstigen Natur- und Mittelmeeraufenthalt nichts mehr im Wege.

Gute Reise,

Deine Julia Beatrice

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