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Minimalismus Challenge // #6 Geschenke

Die sechste Woche meiner Minimalismus Challenge ist beendet, und ich muss euch etwas beichten, denn ich hatte einen kleinen Rückfall.. Da war ich also seit Januar super unterwegs damit, meinen materiellen Besitz zu minimieren. Und dann besuchte ich eine Messe.

Vielleicht habt ihr gesehen, dass ich auf der Freizeitmesse Hamburg beim Instawalk mitgemacht habe. Vom diesjährigen Partnerland USA gab es eine sogenannte Goodie-Bag. Das ist ein Paket oder eine Tasche mit Geschenken für Blogger von Marken wie etwa Reisedestinationen.

Da es mein erstes Geschenk für Blogger dieser Art war, freute ich mich durchaus und nahm die Tasche mit offenen Armen in Empfang. Und dann so …ticktack ticktack, ein paar Minuten später, fiel es mir ein: Mein zweites Hauptthema auf dem Blog heißt Minimalismus.

 

Zur Erläuterung des Textes. Eingepacktes Geschenk.

PIN IT! Wir sind darauf gepolt, uns über Geschenke zu freuen. Auch wenn wir sie gar nicht benötigen. Photo by Nynne Schrøder on Unsplash

PIN IT!
 

Erziehungssache: Über Geschenke freut man sich – grundsätzlich

Wie passt jetzt eine Goodie-Bag mit Minimalismus zusammen? Wie man es auch dreht und wendet: nicht wirklich. Aber im Leben musst du deine Lehren aus Rückschritten ziehen. Mir wurde einmal mehr bewusst, wie sehr wir dazu erzogen sind, uns über Geschenke zu freuen. Egal, ob wir brauchen, was wir geschenkt bekommen.

Dürfen wir Geschenke also ablehnen? Ein heikles Thema. Denk nur mal an Weihnachten und an den Moment, wenn du eines dieser Geschenke auspackst, das du weder magst noch brauchst. Stößt du dann zum Beispiel deiner Mutter vor den Kopf und gibst es direkt zurück? Ich finde, das muss irgendwie nicht sein.

Aber du kannst deine Familie mit der Zeit erziehen. Nach vielen Gesprächen und Erklärungen feierte ich zum Ende des alten Jahrzehnts endlich ein Weihnachten ohne Geschenke. Meine Mutter berichtete mir, wie sehr dieser Schritt ihr die stressige Sorge nahm, für alle Kinder und Enkelkinder das Richtige zu finden.

 

Veränderung herbeiführen: Role Models zeigen, wie es geht

Eine Messe, wie die Freizeitmesse Hamburg, die kannst du nicht erziehen. Beziehungsweise deren Aussteller, die Give-aways verwenden. Aus Marketingsicht sind Give-aways nun mal gute Kundenbindungsinstrumente. Mir bleibt eine Marke in Erinnerung, wenn ich sie mit einem emotionalen Erlebnis wie einem Geschenk verbinde.

Ich habe eben mal kurz zu dem Anbieter gecheckt, bei dem mein Arbeitgeber manchmal Give aways bestellt: 100.000 unterschiedliche Werbegeschenke hat dieser im Shop! Auf einer Messe kannst du als einzelner Besucher natürlich bewusst damit umgehen und nichts mitnehmen.

Aber machen wir uns nichts vor: Messen sind und bleiben Materialschlachten. Einfluss nehmen können prominente Persönlichkeiten. Ich habe vom Pressesprecher der CeBIT, der ehemals größten Computermesse der Welt in Hannover, einmal die Geschichte gehört, dass Leona Lewis für einen Auftritt angefragt wurde. Die berühmte Sängerin -Tierschützerin durch und durch- stellte ihre Zusage unter eine Prämisse. Wenn ihr belegt wird, dass die Fressbuden auf der Messe nur veganes Essen anbieten, dann würde sie auftreten. Leona Lewis trat in dem Jahr nicht in Hannover auf. Aber die Geste fand ich durchaus beeindruckend.

Nun zurück zu meiner Goodie-Bag. Ich hatte wirklich Glück. Denn darin befanden sich ausschließlich Geschenke, die ich benötige:

 

Zur Erklärung des Textes. Der Inhalt einer Goodie Bag.PIN IT!

  • Das Fotobüchlein über Kansas gibt mir Inspiration für die nächste USA-Reise.
  • Ein Notizbuch braucht man immer. Dieses hier ist aus Umweltpapier.
  • Buntstifte brauche ich, wenn ich Zeit finde zu zeichnen. Oder meine Nichte bekommt sie.
  • Ein Handyputztuch. Meine Displays freuen sich.
  • Ein tragbarer Getränkehalter ist ein gutes Outdoor-Gadget.
  • Ein Kofferanhänger. Mein jetziger wird einmal erneuert.
  • Ein hochwertiger Schirm. Da Knirpse irgendwann kaputtgehen, bewahre ich diesen.
  • BBQ-Sauce. Nils liebt sie.
  • Eine Tasse. Einige unserer Tassen müssen ohnehin mal aussortiert werden.
  • Ein Jutebeutel. Wir kaufen nur noch mit Jutebeuteln ein und könnten Nachschub gut gebrauchen, wenn die alten abgenutzt sind.

 

Aber trotzdem gilt: Lesson learned. Fürs nächste Mal bin ich gewappnet und verzichte. Trotzdem ist es natürlich nett, beschenkt zu werden. Schließlich können Messeaussteller nicht wissen, dass 2020 für mich das Jahr meiner Minimalismus Challenge ist.

Nächste Woche geht es übrigens um die Ernährung. Wir nähern uns mit großen Schritten der Fastenzeit, daher meine Vorschau auf die nächsten Themen:

Minimalismus Challenge #7: Essen, was du brauchst
Minimalismus Challenge #8: Plastikfrei einkaufen in einem Loseladen
Minimalismus Challenge #9: Kleine Küchenhelfer – mon dieu, wer braucht das alles?

Gespannt? Darfst du sein!
Bis nächste Woche und liebe Grüße
Julia Beatrice

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