Ruby Beach

Pazifischer Nordwesten // #11: Twilight Country

Auf den Olympic National Park wurde ich zum ersten Mal in den Twilight-Filmen aufmerksam. Du erinnerst dich? Krass, dass es schon wieder fast zehn Jahre her ist, seit der erste Teil der Buchverfilmungen unter theatralischen Ankündigungen am 21. November 2008 ins US-amerikanische Kino kamen.

Forks, die Stadt in die Bella Swan (Kristen Stewart) vom sonnigen Arizona mit einem Kaktus in der Hand zieht, wird als wahres Regenloch beschrieben, in dem der Himmel praktisch immer wolkenverhangen ist. Als wir durch den Pazifischen Nordwesten reisten, sprachen die Menschen dort von einem Jahrhundertsommer – ähnlich wie in Deutschland später im Jahr 2018. Und so war es nie regnerisch, sondern immer sonnig und sommerlich heiß.

Wie häufig in Filmen der Fall, entspricht ein Ort im Film selten der tatsächlichen Location – gerade wieder erlebt in Mission Impossible: Fallout, wo der Preikestolen, ein Felsen hoch über dem Abgrund eines norwegischen Fjordes, einfach mal nach Kashmir in den Himalaya verlegt wird.

Auch die Twilight-Filme wurden größtenteils nicht dort gedreht, wo Stephenie Meyer sie in ihren Romanen angesiedelt hat. Die Crew filmte größtenteils in Vancouver, auf Vancouver Island, in Portland und im Bundesstaat Oregon. Die Website All Movies Location List listet dir sehr detailliert auf, wo welche Szenen entstanden sind.

Eingefleischte Twilight-Fans, sogenannte Twihards, verschlägt es trotzdem immer noch regelmäßig in den nordwestlichen Zipfel der USA nach Forks – und die örtliche Chamber of Commerce lässt sich diese touristische Geldquelle nicht nehmen. Nach wie vor veranstaltet man in Forks um den 13. September, Bellas Geburtstag, das dreitägige Festival Forever Twilght in Forks mit Aktionen und Nebendarstellern unter den Gästen. Außerdem gibt es auf der Seite eine Twilight Map mit allen angeblichen Schauplätzen.

Ich würde viele der Schauplätze, wie die Restaurants und Wohnhäuser, als eher ernüchternd einstufen, wenn man sie mit der eigenen Erinnerung aus den Filmen vergleicht. Das einzige, was ich dir auf den Spuren von Twilight ans Herz legen kann, ist eine Fahrt nach LaPush in das tatsächlich existierende Indianerreservat der Quileute, dem Werwolf Jacob angehört. Nicht nur, dass man in den USA ohnehin einmal einen Eindruck von Indianerreservaten erhalten sollte, auch ist es in diesem Fall die einzige wirkliche Verbindung von Schauplatz, Handlung und Realität. Denn Jacob wird im Film als Mitglied eines Clans dargestellt, der von der Gesellschaft ausgegrenzt wird und bestimmte öffentliche Orte nicht besuchen darf.

La Push ist einer der großartigen vielen Strände im Olympic National Park, deren Charakteristikum die gigantischen Sea Stacks sind: Urig geformte, teils mit Bäumen bewachsene Felsen mitten im Meer, aber vom Ufer aus sichtbar. Schau selbst:

 

PIN IT! Erste Begegnung mit den Stränden des Olympic National Park: Ruby Beach.

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PIN IT! Charakteristische Sea Stacks im Olympic National Park.

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PIN IT! Der Pazifiknebel taucht alles in eine geheimnisvolle Atmosphäre.

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PIN IT! Wald bis zum zenartigen Steinstrand und angeschwemmtes Holz.

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PIN IT! Geisterwald am Ufer des Rialto Beach bei La Push.

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PIN IT! James Island gegenüber des Quileute Indianer Reservats.

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Der Olympic National Park ist außerdem Teil eines Netzes von gemäßigten Regenwäldern, das den Globus umspannt. Gemäßigte Regenwälder wachsen im Gegensatz zu den bekannteren tropischen Regenwäldern in gemäßigten Klimazonen. Alle Temperature Rainforests vereinen mehrere Eigenschaften:

  • mildes, feuchtes Klima, das vom Ozean beeinflusst wird
  • mehr als 100 inches Regen und Tautropfen pro Jahr
  • mehrfach übereinander gelagerte Schichten Wald, hauptsächlich Nadelbäume
  • reichlich Moose und Farne
  • viele abgestorbene Bäume, die noch stehen oder bereits umgefallen sind

An vier großen Flusslinien entlang erstrecken sich die Regenwälder des Olympic National Park: Bogachiel, Hoh, Queets und Quinault Valley. Wir besichtigten Quinault Valley und den Hoh Rain Forest mit dem ein Kilometer langen Hall of Mosses Trail. Üppig drapieren Mose die Äste des Waldes:

 

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Das Quinault Valley beherbergt die riesigen Sitka Spruces und fünf der zehn größten Douglas fir.

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Nicht zuletzt lohnt sich die Reise in den Olympic National Park wegen der kalten und klaren Wasser des Lake Crescent, in dem sogar Deep Diving möglich ist.

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