Minimalismus
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Psychohygiene im Arbeitsalltag: Wirksame Tipps

Warum Psychohygiene im Arbeitsalltag so wichtig ist? Weil es immer wieder Phasen gibt, das Leben schwer gestalten. Und gerade in schweren Zeiten ist es hilfreich, nicht nur die Wohnung zu entrümpeln, sondern auch die Psyche. Denn nur so legen wir den Weg zu unseren Ressourcen frei, die uns helfen, schwierige Situationen und Phasen zu überstehen.

Meine Minimalismus Challenge gibt dir daher nachfolgend wichtige Impulse für das Ausmisten von Kopf und Seele, das ohne Zweifel nicht die einfachste Übung für uns Menschen ist.

Zur Ergänzung des Textes. Person sitzt auf Steg und schaut auf Bergpanorama

Kopf und Seele freizumachen deckt Ressourcen auf. Photo by Simon Migaj on Unsplash

Einen Teil meiner Psychohygiene nenne ich seit einiger Zeit Einmisch-Fasten. Abgeleitet von der Fastenzeit, die in diesem Jahr am 26. Februar (nach christlichem Glauben/ Ramadan ab 24. April) beginnt, und in der Enthaltung vorgeschrieben ist, übe ich mich im Enthalten. Das übersetze ich für mich unter anderem auch mit sich nicht einmischen.

#1 – Sich nicht unnötig einmischen

Schau dir diese Liste an, überlege, ob und wo du dich wiederfindest – und bitte gern auch ergänzen:

Kämpfe stellvertretend für andere führen. Kämpfe, die gar nicht meine bzw. deine sind. Andere, die erwachsen und in der Lage sind, sich selbst zu helfen

Aufgaben übernehmen (die anderen gehören, die obendrauf kommen, aber eine/einer muss es ja machen, …)

Helfen, unterstützen, beraten (oft, übermäßig) – wo nicht explizit nach Hilfe gerufen/gefragt wurde, Unterstützung gewünscht ist, um Rat gebeten wurde (Helfersyndrom, ungebetene Ratschläge)

Kommentieren, bewerten, in Threads einsteigen, sich in Diskussionen einklinken (oft, übermäßig) (aus Emotionen wie -Beispiele- Ärger/Wut, Hass, Angst, kritisch, misstrauisch, zuvorkommend, Empörung, schuldig, Reue und/oder aus Langeweile)

Auf meinem geht es darum, ein minimalistisches Mindset zu entwickeln. Also betrachten wir die vorgenannten Dinge einmal positiv:

  • Ja, wir müssen manchmal Kämpfe für andere führen. Und manchmal kommt etwas Großartiges dabei heraus. Hier geht es zu einem Beispiel – und ich drücke ich ganz lieb, Anne.
  • Ja, wir müssen uns einbringen und Aufgaben übernehmen.
  • Ja, natürlich sollten wir helfen und unterstützen. Die Welt braucht sogar mehr davon, nicht weniger.
  • Ja, Kommunikation heißt auch bewerten, kommentieren, diskutieren. Wir benötigen den Diskurs, und es ist wichtig, nicht abzustumpfen.

Aber Minimalismus heißt nicht abschaffen. Sondern das Reduzieren zu praktizieren und dem tieferen Sinn einen Wert zu verleihen. Einmischen mit tieferem Sinn und Verstand erfordert wiederum Gespür und einen inneren Kompass:

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
— Autor unbekannt

#2 Einen inneren Kompass entwickeln

Kämpfe stellvertretend für andere führen: Es gibt Menschen, die sich in ihren Kämpfen für andere selbst zerstören. Vor allem wenn diese anderen vor allem für sich selbst kämpfen müssen und dies selbst wollen müssen. Mein Tipp: Wenn du einmal nicht weißt, wie du deinen eigenen Kampf einordnen sollst, dann frage deine Freunde oder Familie. In vielen Situationen haben diese ein besseres Gespür dafür als du. Um etwas kämpfen lässt sich oftmals auch besser im Team als allein.

Zur Ergänzung des Textes. Petroleumlampe spendet Licht an einem See im Dunkeln.

Wer den Weg nicht kennt, braucht Orientierung. Photo by Espen Bierud on Unsplash

Aufgaben übernehmen: Wir alle haben und bekommen Aufgaben. Auch mal stellvertretend. Oder auch Ungeliebtes. An dieser Stelle wäre es doch einfach, zu denken: Es muss nicht immer ich diejenige/derjenige sein, …. Damit hast du in gewisser Weise recht. Aber Team zu übersetzen in Toll, Ein Anderer Macht’s ist keine so gute Idee.

Mein Tipp: Versetze dich in die Situation eines Prüfenden. Meinetwegen ein Unternehmensberater. Schaffe Zeit und Raum zwischen dir bzw. dem Team und den Aufgaben. Betrachte in diesem Zeitraum – auch wenn er nur kurz ist – die Sinnhaftigkeit, das Ziel und den Zweck. Skizziere vor deinem geistigen Auge Prozess und Abläufe. Vielleicht stellst du dann fest, dass die Gruppe im Begriff ist, Kämpfe für andere zu führen, die selbst in der Lage wären. Oder die Pause hilft im Zweifel rechtzeitig zu bemerken, dass man es mit dem größten Nonsens zu tun hat. Oder aber du stellst fest: it’s good, let’s do that!

Helfen, unterstützen, beraten: Zunächst einmal ist es etwas Positives, die Bedürfnisse und Nöte anderer Menschen zu erkennen, nicht zu übersehen und entsprechende Hilfe zu leisten. Es ist ein starkes Indiz für hohe Empathie. Ebenso ist es nobel, für die kurzfristige Hilfeleistung die eigenen Interessen, Wünsche und Bedürfnisse zurückzustellen. Zumindest vorübergehend. Das alles sollte aber in gesunder Balance bleiben und Grenzen haben. Um diese nicht zu überschreiten, ist es wichtig, zwei unterschiedliche Motive klar voneinander trennen zu können:

-Einem Leidenden aus akuter Not helfen; zutiefst menschlich und solidarisch handeln, eine soziale Pflicht erfüllen-    vs.    -regelmäßig seine eigenen körperlichen und seelischen Bedürfnisse aus den Augen verlieren und/oder helfen, um sich selbst aufzuwerten, um Anerkennung, Zuwendung und Bestätigung zu finden-

Letzteres wird gut erkennbar, wenn die Hilfeleistung nicht reduziert wird, obwohl die Hilfe gar nicht mehr benötigt wird, oder die Betroffenen längst überlastet und ausgelaugt sind oder ausgenutzt. Mein Tipp: Schaffe dir Routinen für deine eigenen grundlegenden körperlichen und seelischen Bedürfnisse und halte diese unbedingt ein. Um Routinen einzurichten und beizubehalten, gibt es einige Strategien.

Zur Erklärung des Textes. Weibliche Hand blättert in weißen Seiten und sitzt am See.

Routinen, die greifen, helfen, nach schwierigen Situationen wieder zu sich und den eigenen Zielen zurückzufinden. Photo by Anna Pritchard on Unsplash

Ich persönlich bin ein großer Fan von Listen und habe eine Checkliste für Schlaf, Trinken, Gemüse, Obst, Protein, Kohlenhydrate, Fett, Sport, frische Luft, Freunde/Familie und Kreativität in dieser Reihenfolge. Würde ich in den grundlegenden körperlichen Bedürfnissen einen Mangel entwickeln, wäre ich garantiert keine Bereicherung für Freunde, Familie und Kollegen. Und noch weniger würde es mir gelingen, kreativ zu sein und produktiv zu arbeiten.

Ich übertreibe es nicht damit, meine Liste perfekt zu führen oder meinen Tagesablauf akribisch einzuhalten. Aber gerade das Abhaken dieser Checkliste hilft mir, nach und nach wieder bei mir selbst anzukommen.

Kommentieren, Bewerten und Diskutieren: Sich nicht unnötig in Diskussionen verwickeln zu lassen, tut sowohl auf der Arbeit und im Privatleben als auch auf Social Media unheimlich gut – und spart jede Menge Zeit. Gewisse Methoden und Fähigkeiten erleichtern die Kommunikation zwischen uns Menschen erheblich. Sie ermöglichen es dir – im minimalistischen Sinn – deinen Geist nur mit einem Austausch zu befassen, der gewinnbringend ist.

Zur Ergänzung des Textes. Mädchen mit Klebeband über dem Mund

If you can’t say it nice, say nothing. Photo by Maria Krisanova on Unsplash

#3 Kommunikation erfolgreich gestalten

Die Tipps dafür sind einfach, aber aufgrund der unterschiedlichen Situationen und menschlichen Verhaltensweisen erfordert es Disziplin, sie täglich anzuwenden. Dazu will ich dich ermuntern:

  • Entwickle die unbedingte Bereitschaft, Kommunikation erfolgreich durchzuführen.
  • Setze den bestmöglichen und erfolgversprechendsten Rahmen für den Austausch. Du möchtest der älteren Generation, für welche die Oma im Hühnerstall symbolhaft stand, mitgeben, nachhaltiger zu leben und mehr Klimaneutralität an den Tag zu legen? Dann schimpfe nicht auf Facebook herum, sondern suche das persönliche Gespräch und überzeuge mit Argumenten.
  • If you can’t say it nice, say nothing. Äußere dich wertschätzend. Sich mit dem Kommentieren, Bewerten und Diskutieren zurückhalten heißt nicht, dass du dich überhaupt nicht mehr äußerst. Es ist bekannt, dass du nicht nicht kommunizieren kannst. Auch dein Schweigen ist eine Aussage. Fällt es dir jedoch schwer, eine Meinung positiv auszudrücken, dann stelle sie vorerst zurück.
  • Lege fest, welches Ziel du verfolgst, wenn du etwas sagen möchtest. Sobald du dir deiner Absichten klar bewusst bist, kannst du ein Gespräch besser lenken.
  • Lerne, den Perspektivwechsel zu beherrschen. Wie kommt es bei deinem Gegenüber an, wenn du etwas sagst? Bevor du unbedacht handelst, bremse dich lieber einmal kurz. Oft reicht eine Sekunde schon aus, um zu entscheiden, ob die nächsten Worte vielleicht falsch aufgenommen werden könnten.

Diese und weitere Regeln der erfolgreichen Kommunikation helfen dir gerade in stressigen Situationen, bei dir selbst und deinen Zielen zu bleiben. Du verschaffst dir besonders wirkungsvoll Platz im Kopf, wenn du sie im Alltag übst und dich aus Social Media zeitweise ganz ausklinkst. Passend habe ich für meine Minimalismus Challenge auch einen Beitrag zum Thema Digital Detox geschrieben.

Hast du Tipps für eine bessere Psychohygiene im Arbeitsalltag? Schreib sie mir gern in die Kommentare.

Lieben Dank
Deine Julia Beatrice

Kategorie: Minimalismus

von

Julia Beatrice war früher Journalistin und schreibt heute auf Julias Journeyz über das Reisen. Außerdem gibt sie Tipps für einen minimalistischen Lebensstil. Sie ist ein Katzenmensch, fährt lieber ans Meer als in die Berge und liebt ihren Kaffee mit einem Löffel Zucker auf dem Milchschaum. Sie mag nicht, was alle mögen und hasst die Einschränkung von Freiräumen.

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