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Insel Juist – warum sie die schönste ostfriesische Insel ist

Insel Juist Kurhotel

Planst du einen Urlaub auf der Insel Juist? Eine sehr gute Entscheidung, denn Juist ist von allen 7 ostfriesischen Inseln die Schönste. Ich zeige dir warum und was du auf der Insel auf keinen Fall verpassen darfst.

Strand soweit das Auge reicht – die Insel Juist und ihre Dünen

Die Insel hat eine Länge von 17 Kilometern und ist damit die längste der ostfriesischen Inseln. Das bedeutet: Die Nordseeinsel hat besonders viel Strand anzubieten. Vom Flugzeug aus ist es besonders gut zu sehen: Der Strand ist ganz genauso lang wie die Insel, also auch 17 Kilometer. Doch damit nicht genug: Was Juist auszeichnet ist die unberührte Natur.

Im Gegensatz zu Norderney, welches besonders im Westen stark bebaut ist, verwöhnt Juist die Naturliebhaber unter den Besuchern. Wenn du die ursprüngliche Nordsee liebst, wo du statt auf Promenaden zu schlendern noch tief im Sand versinkst, dann bist du auf Juist goldrichtig.

Insel Juist - Panoramafoto vom Weststrand

Insel Juist – sie hat die ausgedehntesten Strände.

Ein Spaziergang am Strand gehört zum Lebensgefühl der Insel Juist

Direkt am Hafen liegt der Leuchtturm Memmertfeuer. Ein guter Ausgangspunkt für deinen Ausflug, denn hier verschaffst du dir schon einmal von oben einen Überblick. Aktuelle Daten für eine Führung stehen an der Leuchtturmtür. Einen festen Eintrittspreis gibt es nicht, jeder darf spenden. 650 Meter oder 9 Minuten sind es bis zur nächsten Aussichtsplattform am Juister Strand.

Vor dir erstreckt sich das Wattenmeer in einer Weite und Monotonie, die besonders entspannend ist. Bei Flut kannst du hingegen tolle Bilder vom aufgewühlten Meer fotografieren. Man reist in eine andere Welt wenn man auf Juist ist, und das ist es wert.

Insel Juist - Panoramafoto vom Wattenmeer

Besonders entspannend: die Weite und Monotonie des Wattenmeeres.

Was kann man auf der Insel Juist machen?

Im Westen: Domäne Bill und Billriff

Neben Spaziergängen am Meer kann man auf Juist besonders lecker Essen gehen. Eines der beliebtesten Restaurants ist die Domäne Bill. Auf dem ehemaligen Bauernhof gibt es den berühmten Rosinenstuten. Mhhh – mit einem schönen Ostfriesentee und Kandis schmeckt die Spezialität der Domäne Bill besonders gut. Und nach einem langen Fußmarsch zum Westen der Insel hat man es sich auch wirklich verdient, sich etwas Butter auf dem Rosinenstuten zu streichen.

Zur Domäne Bill kannst du natürlich auch mit dem Fahrrad fahren. 800 Meter weiter gibt es einen Fahrradparkplatz am Strand.

Insel Juist - Blick auf die Domäne Bill

Ausflugsziel im Westen von Juist: die Domäne Bill.

Von der Domäne Bill aus gelangst du zum Billriff. Dabei handelt es sich um eine Sandbank, und es bildet auf Juist den Punkt, wo Nordsee und Wattenmeer zusammentreffen. Wenn die Ebbe den Sand freilegt, dann kannst du hier die größte Sandwüste der Nordsee bewundern. Es ist Traum, dort zu wandern. Du bist ganz alleine und kannst unendliche Weiten mit Blick auf den Memmert genießen.

Ich liebe es, im Urlaub die Natur und Tierwelt zu entdecken – geht es dir auch so? Dieser Strandabschnitt eignet sich besonders zur Beobachtung. Mit etwas Glück kann man Seehunde entdecken. In der Vogelzugsaison lassen sich tausende Vögel beobachten, die über Juist hinweg fliegen und im Wattenmeer einen Stopp einlegen, um vor dem langen Flug genug Nahrung aufzunehmen.

Die Mitte: Westdorf, Ostdorf, Loog, Hafen und Hammersee

Der Hammersee

Der Hammersee ist ein Süßwassersee auf der ostfriesischen Insel Juist. Eigentlich war er mal mit Salzwasser gefüllt, da er durch eine Sturmflut im Jahr 1651 entstand. Als nach und nach der Deich im Norden und der Damm im Süden wieder rekonstruiert bzw. errichtet wurden, vermischte sich das Salzwasser im Lauf der Zeit mit Regenwasser.

Der Hammersee lässt sich umrunden und eignet sich deswegen gut für eine Wanderung. Die umgebenden Dünen bieten dir einen tollen Ausblick über Strand und Insel. Der Rundweg führt dich auf 6km durch einen märchenhaften Wald, vorbei am Wärterhäuschen und zurück in die Nähe des Ortes Loog. Achte dabei auf die Aussichtspunkte, denn es gibt keinen häufigen Zugang zum See. Über drei Aussichtspunkte verfügt das Gebiet rund um den See: zwei Plattformen und einen ebenerdigen Zugang am Ufer.

Der Ortsteil Loog

Etwa 2,5km vom Hauptort und Hafen Juist entfernt liegt der Ortsteil Loog. Hier geht es ruhiger zu als im bevölkerten Hauptort. Eine Teestube, ein Schiffchenteich, das Küstenmuseum und ein Supermarkt sind die Treffpunkte. Ansonsten begegnen dir die meisten Menschen an den beiden zentralen Strandaufgängen.

Seelenruhig liegt der kleine Ort mit seinen Backsteinhäusern da, nur unterbrochen vom Klappern der Hufeisen von den Pferdekutschen, die weiter im Westen die Domäne Bill ansteuern. Loog eignet sich auch gut für Regentage, zum Beispiel im Küstenmuseum, wo du die Inselgeschichte hautnah erleben kannst.

Island of Juist - Horses on a grassland

Zwischen dem Hauptort und dem Ortsteil Loog grasen die robusten Kutschpferde.

Der Hauptort: Westdorf und Ostdorf

Fahrräder, Spaziergänger:innen, Pferdefuhrwerke – im Juister Hauptort herrscht reges Treiben. Hier befinden sich die meisten Hotels und Restaurants, der Kurplatz und ein Schiffchenteich zum Spielen für die Kinder. Wer es mag, auf Reisen ausgiebig zu bummeln und in kleinen Läden zu stöbern, der ist hier genau richtig.

Wen es zum Meer zieht, der nimmt die Nordroute. Vorbei am Hotel Haus Ostfriesland in der Bahnhofstraße, welche in die Strandstraße und zur Strandpromenade übergeht. Dort entzerrt sich der Strom der Tourist:innen wieder und dort öffnet sich der Blick hinüber zum Sandstrand in seiner atemberaubenden Breite.

Im Töwerland, das auf ostfriesisch Zauberland heißt, thront ein weißes Schloss über Meer und Dünen: Das Strandhotel Kurhaus Juist. 1898 erbaut gehört es zu den absoluten Sehenswürdigkeiten von Juist und verleiht der Silhouette der Insel etwas Besonderes.

Insel Juist Strandhotel Kurhaus Juist

Strandhotel Kurhaus Juist.

Unterhalb des eleganten Strandhotels Kurhaus Juist führt ein Steg zu einer der Aussichtsplattformen in den Dünen der Insel. Von dort aus hast du einen wunderschönen Blick auf den abendlichen Sonnenuntergang über dem Meer. Die Lage in der Nordsee führt aber auch dazu, dass du mit dem ein oder anderen Gewitter und kräftigen Regenschauern rechnen musst.

Dann kannst du dich in die Strandhalle oder ins Restaurant Hohe Düne mit seiner Schirmbar retten. Die Hohe Düne bietet ein hervorragendes und mit viel Liebe zubereitetes Essen. Besonders die Salate sind lecker und werden reich belegt mit Scampi oder Maispoularde. Von einem Tisch in der Ecke links des Eingangs kannst du beobachten, wie es im Meerwasser-Erlebnisbad zugeht und dich schon einmal auf deinen Besuch dort freuen.

Der Hafen

Einer meiner Lieblingsorte auf der Insel Juist ist der Hafen. Hier gibt es so viel zu sehen und entdecken – allem voran das Seezeichen. Es ist 7m hoch und ein ikonisches Bauwerk mit einem tollen Ausblick über den Naturpark Niedersächsisches Wattenmeer. Schön ist, dass der Ausblick hier jedes Mal anders aussieht. Ebbe, Flut, wolkenloser oder wolkenverhangener Himmel, Fähren oder Fahrpause – diese Gegensätze prägen den 360-Grad-Blick des Hafens, vom Seezeichen aus.

Wenn du wieder hinabgestiegen bist, fällt die in den Weg eingelassene Bronzepalette auf. Sie visualisiert, dass der 7. Längengrad des Globus über Juist verläuft. Spaziere vorbei an schaukelnden Segelbooten wieder in den Hauptort hinein.

Das Seezeichen.

Der Hafen der Insel Juist.

Im Osten: Grünes Kalfamer

Auch am Ostende der Insel gibt es ausgedehnte Sandflächen. Insgesamt ist das Kalfamer (“Kalv” (engl. Calf) = Kalb und “Hammer” = niedrig gelegene, feuchte Wiese ergibt Kalv-Hammer, also Kälberwiese) jedoch erheblich grüner als die Westspitze und die Bill von Juist. Hier entstehen überall neue Dünen, denn die Insel Juist wandert – nach Osten.

85 Prozent von Juist stehen unter Naturschutz, deswegen gibt es am Kalfamer nur einen Weg durch die Wiesen abseits der Brutgebiete. Doch der Weg lohnt sich, und vor allem viele Tagestourist:innen konzentrieren sich auf die populäre Bill – sodass du am Ostende der Insel Juist mehr Zeit und Ruhe für dich genießen kannst.

Wie kommt man am besten nach Juist?

Obwohl du Juist auch bei Ebbe zu Fuß durch das Wattenmeer erreichen kannst, ist es aufgrund der Gefahren nicht wirklich zu empfehlen. Die beste Möglichkeit ist es, eine Fähre auf die Insel zu nehmen. Von Frühjahr bis Herbst verkehrt die Fähre mindestens 1x täglich, teils 2x täglich. Im Winter kannst du sie 1x täglich nutzen. Die Fähre benötigt 90 Minuten, und die Überfahrt ist durch die Gezeiten im Wattenmeer wetterabhängig. Fahrpläne sind bei der Reederei Frisia hinterlegt.

Zwei Schnellfähren bringen dich jeweils in 45 Minuten nach Juist – sie sind aber auch teurer. Die Preise für den Töwerland Express findest du hier. Der Insel Express publiziert seine Preise hier. Durch die Gezeiten der Nordsee werden sie nicht beeinflusst.

Ihr Auto müssen die Besucher von Juist übrigens in Norddeich stehenlassen. Die Insel ist autofrei.

Warst du auch schon einmal auf der Insel Juist und wenn ja, was hat dir am besten gefallen? Teile es mit anderen in den Kommentaren.

Deine Julia Beatrice

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Julia Beatrice war früher Journalistin und schreibt heute auf Julias Journeyz über das Reisen. Außerdem gibt sie Tipps für einen minimalistischen Lebensstil. Sie ist ein Katzenmensch, fährt lieber ans Meer als in die Berge und liebt ihren Kaffee mit einem Löffel Zucker auf dem Milchschaum. Sie mag nicht, was alle mögen und hasst die Einschränkung von Freiräumen.

6 Kommentare

  1. Hallo Julia,
    endlich habe ich mal einen Eindruck von dieser Insel bekommen. Es scheint ja das reinste Naturparadies zu sein. Nun verstehe ich auch, warum mein Kollege regelmäßig dort seinen Urlaub verbringt.
    Liebe Grüße Annette

    • Julia sagt

      Hallo Annette,

      ja genau, ich war sehr beeindruckt von der wilden und unberührten Natur auf Juist.
      Dein Kollege scheint ein gutes Händchen bei der Auswahl von naturnahen Orten zu haben 😉
      Vielleicht magst du die Insel auch einmal besuchen?

      Liebe Grüße
      Julia

  2. Liebe Julia,
    danke für deine schöne Beschreibung. Obwohl ich in Niedersachsen aufgewachsen bin, war ich noch nie dort. Nach deinem Bericht, muss ich dringend mal hin.
    Liebe Grüße
    Marike

    • Julia sagt

      Liebe Marike,

      da kann ich dir nur zustimmen. Für mich ist es wirklich die schönste ostfriesische Insel – und sie ist es absolut wert, bereist zu werden.

      Liebe Grüße
      Julia

  3. Hey Julia,
    toller ausführlicher Bericht über das wunderschöne Juist. Ich war zwar mal für ein langes Mädelswochenende da, aber wenn ich deine Zeilen so lese, hab ich wohl noch längst nicht alles gesehen. Aber wie du schon schreibst, die „Hauptsehenswürdigkeiten“ sind ja ohnehin die Strände, die Ruhe und die Entschleunigung. Müsste nur noch jemand das Internet ausstellen und alle Handys einkassieren – vollkommener Frieden 🤣
    Liebe Grüße
    Claudia

    • Julia sagt

      Hey Claudia,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich würde sagen, Juist ist der perfekte Ort, um das Smartphone einmal auszuschalten.
      Nur so lässt es sich am Strand richtig gut entspannen und lassen sich die kulinarischen Highlights genießen.

      Liebe Grüße
      Julia

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