Île de Ré

Die Île de Ré – Frankreichs unbekannte Schöne

Du suchst nach Geheimtipps an Frankreichs Westküste? Dann liegst du mit der Île de Ré richtig. Auf einer Fläche von 85 Quadratkilometern bietet dir das hübsch geformte Eiland im Atlantik alles, was das Herz begehrt. Weiße Sandstrände, weiße Häuserfassaden – alles scheint auf Ré la Blanche, Frankreichs weißer Insel, heller zu strahlen als anderswo. Und genau deswegen ist die kleine Insel im Atlantik das perfekte Reiseziel für den Spätsommer. Hol dir im September eine Extraportion Sonne, bevor der lange Winter kommt.

Beste Reisezeit für Frankreichs Westküste

Was soll ich sagen, das Corona-Jahr 2020 ließ Reiseträume zerplatzen – so auch unsere. Aus Südafrika im Oktober wurde Südfrankreich im September. Unsere Arbeitgeber stimmten zu, dass wir den Jahresurlaub um vier Wochen nach vorn verlegten.

So profitierten wir von der Nachsaison, die im Südwesten von Frankreich am 15. September beginnt. Weniger Touristen, das heißt auch weniger Gefahr, sich mit Corona zu infizieren. Trotzdem durften wir noch ein paar richtig heiße Tage am Strand erleben, an denen das Thermometer auf fast 30 Grad Celsius kletterte.

 

Île de Ré, September 2020, Beach Les Portes-en-Ré, FrancePIN IT!

 

Île de Ré, September 2020, Beach Les Portes-en-Ré, FrancePIN IT!

 

Und auch wenn der ein oder andere Schauer vom Meer kam und die Küste benetzte, war es sehr angenehm, keine überfüllten Strände, Radwege, Restaurants erdulden zu müssen. Ein weiterer Vorteil bestand in den Kontrasten. Zum Herbstanfang – der besten Reisezeit für Outdoor-Enthusiasten in Frankreich – zaubern sie schöne Fotomomente. Das gilt besonders dann, wenn ein paar bauschige Wolken über dem Land liegen.

Das Wetter im September auf der Île de Ré zusammengefasst: hochsommerliche Temperaturen und Strandwetter bis weit nach Monatsmitte. Manchmal bewölkt und selten Schauer. Regenschauer sind überall auf der Welt am Meer ergiebig – perfekt für zwei Längen Kaffee und einen veganen Cookie in der Caféboutique Moea in Saint Martin de Ré.

Die Île de Ré ­– wo liegt sie eigentlich und wie komme ich dorthin?

Ich muss zugeben, dass ich bis zu meiner Reise auf die Île de Ré noch nichts von der Insel gehört habe. Wo sie liegt, das hätte ich nicht beantworten können. Vielleicht weil deutsche Touristen eher die Nachbarinsel bevorzugen. Warum die Île d’Oléron bei ihnen beliebter ist, dafür gibt es allerdings keinen konkreten Grund.

Wenn du schon einmal von der Adventure-Game-Show Fort Boyard und dem Kampf um den gut gehüteten Goldschatz vor Frankreichs Atlantikküste gehört hast, dann hast du die Île de Ré schon fast lokalisiert. Die napoleonische Seefestung aus dem 19. Jahrhundert liegt nämlich genau zwischen der Île de Ré und der Île d’Oléron.

Die Franzosen selbst sagen Sud Ouest zu der Region. Obwohl die Ile de Re im nördlichen Teil der Biscaya liegt, gehört sie schon ganz klar zu Frankreichs Süden. Ziehe mit dem Finger eine diagonale Linie von Paris zur Stadt Nantes an der Mündung der Loire. Gehe dann senkrecht nach unten und du triffst auf die weiße Insel im Atlantik. Die nächstgrößeren Städte sind La Rochelle und Rochefort (genau die mit dem leckeren Käse). Bordeaux liegt etwa 200 Kilometer entfernt.

 

House at a lake, La Passe, FrancePIN IT!

 

Île de Ré, September 2020, Fisher boat, Les Portes-en-Ré, FrancePIN IT!

 

Seit 1988 verbindet die 2,9 Kilometer lange mautpflichtige Brücke Pont de l’île de Ré die Insel mit dem Festland. Sie erreicht die Insel am „Pointe de Sablanceaux“, dem östlichsten Punkt der Insel. Um zur Mautstation zu gelangen, ziehst du auf der Umgehungsstraße N 237 eine Kurve nördlich um La Rochelle herum.

Die Höhe der Maut richtet sich nach der Auslastung der Insel mit Touristen: Je mehr Touristen auf die Insel wollen, desto teurer wird der Mautbetrag. Wir zahlten Mitte September 8 Euro. Du fragst dich, ob man auch zur Île de Ré fliegen kann? Na klar – der Flughafen La Rochelle – île de Ré wird zum Beispiel von Frankfurt am Main aus angeflogen.

Erste Eindrücke von “Ré la Blanche” – Spitzname der Île de Ré

Als wir mit Rivedoux La Plage die Bereiche der Insel links liegen lassen, die auch vom Tagestourismus überströmt werden, tauchen wir allmählich ein in eine abgeschottete Inselwelt, in der es um Landschaften, Naturerlebnis, Anbau, Ernte und alte Handwerkstraditionen geht. Sofort fällt uns auf: Landschaftlich erinnert die Insel schon sehr stark an Südfrankreich. Palmen in den Gärten, Feigenbäume, schmucke Häuser mit weißen bepflanzten Mauern, Trubel und Lebensfreude – das alles lässt das Herz höherschlagen und voller Vorfreude auf die nächsten drei Wochen blicken.

 

Île de Ré, September 2020, Vineyards, Ars-en-Ré, FrancePIN IT!

 

Snail shells, Les Portes-en-Ré, FrancePIN IT!

 

Île de Ré, September 2020, Salt Marshes, FrancePIN IT!

 

Bei Le Martray passieren wir die schmalste Stelle der Insel und gelangen auf den hinteren Teil der rund 30 Kilometer langen Île de Ré. Hier öffnet sich der Horizont – weniger Besiedlung und das große Vogelschutzgebiet Réserve naturelle de Lilleau des Niges tragen dazu bei. Die Winde werden rauer, noch weiter ragt das Eiland ins offene Meer hinein. Mit Bambusstauden, so hoch wie ein Sprungturm im Freibad, muss der Wein geschützt werden, doch der knorrige Stamm ist auch robust und trotzt dem Wetter.

Unser Campingplatz auf der Île de Ré: Le Phare

Unsere Unterkunft liegt auf dem Campingplatz Le Phare. Es ist einer von dutzenden Campingplätzen auf der Île de Ré. Camping ist das Mittel der Wahl in Frankreich, wenn es um Übernachtungen geht. Camping Le Phare setzt darüber hinaus auf das Glamping-Konzept. Glamping = glamourous camping. Nur noch wenige Bereiche der riesigen 4-Sterne-Campinganlage sind den klassischen Zelten und Bullis vorbehalten. Ein großer Bereich besteht aus den für Frankreich typischen Mobile Homes. Diese als glamourös zu bezeichnen wäre etwas übertrieben – unter dem Strich sind es Tiny Houses mit einer Terrasse, die vom Gasherd bis zur Wäschespinne komplett ausgestattet sind.

 

Île de Ré, September 2020, Camping Le Phare, FrancePIN IT!

 

Möchte man tatsächlich das Glamping praktizieren, dann zahlt man ab 1.000 Euro zu Zweit für die Woche und dafür bekommt man etwas mehr Platz und „Stil“ – ein Farbkonzept drinnen und ein schöner Garten draußen.

Auch die gemeinschaftlich genutzten Außenbereiche sind richtig schön. Es gibt ein Restaurant und eine Bar, die beide eine gute Chill-Area bilden. Durch einen nördlichen Ausgang gelangst du zum Strand Plage du Gros Jonc und durch den Südausgang zum Plage de la Loge.

Die Westküste Frankreichs – Sunsetspot schlechthin

Die Lage des Campingplatzes auf der Île de Ré, welche weit ins Meer hineinragt, ist perfekt: Morgens gehst du zum Plage de la Loge und bewunderst den Sonnenaufgang. Abends fährst du eine Viertelstunde zum Leuchtturm der Wale, Phare des Baleines. Dort kannst du beobachten, wie die Sonne sich zum Coucher de Soleil –zum Schlafen– begibt. Die schönsten Abende in diesem Jahr habe wir am Leuchtturm der Wale erlebt.

 

Sundown at Saint-Clément-des-Baleines, FrancePIN IT!

 

Mehr Infos:
https://de.iledere.com/

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Comments
  • Lynn

    Da kommt Sehnsucht auf! Als Kind habe ich Fort Boyard geliebt und nun macht dein Bericht noch mehr Lust darauf, diese Ecke von Frankreich zu erkunden.

    Liebe Grüße,
    Lynn

    • About Julia
      Lynn

      Liebe Lynn,
      jaa Fort Boyard war Kult;) Diese Ecke Frankreichs ist es definitiv wert, erkundet zu werden! Bei Reisenden aus Deutschland ist sie noch kaum bekannt.

      GlG Julia