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Minimalismus Challenge // #7 Ernährung

Eine bewusste Ernährung gehört ebenfalls zum Minimalismus und verändert vieles zum Positiven. Passend dazu: Die diesjährige Fastenzeit beginnt am 26. Februar. Sie dauert rund 40 Tage. Nach christlichem Glauben liegt sie zwischen Aschermittwoch und Karsamstag. Vielleicht hast du im Januar begonnen, das in den üppigen Adventswochen aufgebaute Gewicht zu reduzieren. Oder du möchtest die Fastenzeit zum Abnehmen nutzen. In jedem Fall eignet sich die Phase sehr gut dazu, um dir etwas Gutes zu tun und mehr über deine Konsumgewohnheiten zu lernen. Die neuen Erkenntnisse helfen dir passend zur Minimalismus Challenge, bewusster zu leben.

 

Zur Ergänzung des Textes. Schale mit Kirschen auf einer Mauer.PIN IT!

Dem Körper geben, was er braucht. Damit er loslassen kann, was er nicht braucht.

Ich habe bereits seit dem 2. Januar meine Ernährung umgestellt. Dadurch nahm ich zwischen 7 und 8 Kilo ab. Das war ein angenehmer Nebeneffekt. Denn mir ging es vielmehr darum, meine Gesundheit zu verbessern und wieder bewusster zu essen. Wenn du dieses Bewusstsein erlernst, passiert Abnehmen eigentlich eher automatisch. Denn eins ist sicher: Kalorien-Reduktions-Diäten machen dick. Der eigentliche Trick ist, dem Körper das zu geben, was er braucht. Dann lässt er los, was er nicht braucht: das überschüssige Fett.

Damit du dich fit und vital fühlst, benötigt dein Körper natürliche und unverarbeitete Lebensmittel. Die eigentliche Frage lautet also nicht: Wie kann ich Kalorien einsparen? Sondern: Welchen Nährwert bringt mir die Kalorie? Durch Arbeitsverdichtung und Stress ist es inzwischen jedoch so, dass wir zu 70 Prozent industriell verarbeitete Lebensmittel zu uns nehmen und 30 Prozent natürliche. Die fatale Folge: Zucker, Weißmehl und Transfette machen müde, dick und krank. Der Körper kann damit wenig anfangen. Paradox: Viele Menschen in Deutschland sind gar nicht überernährt. Sie leiden unter Nährstoffmangel und sind häufig auch dehydriert.

 

Handlungsmaxime: Was du isst, muss dir stets Nährstoffe liefern

Kehren wir das 70/30-Verhältnis sechs Wochen lang einmal um, spüren wir neue innere Kraft. Wer abnehmen will, braucht daher nicht weniger, sondern mehr. Mehr Pflanzenproteine, Obst und Gemüse und essenzielle Öle aus Nüssen und Oliven. All die Kalorien, die gleichzeitig Nährstoffe liefern. Zu 30 Prozent darfst du cheaten, also auch mal eine Pizza essen. Setze dir in den folgenden Wochen diese Maximen für deine Ernährung:

  1. Trinke pro Tag mindestens 2 Liter Wasser. In deiner persönlichen Fastenzeit kannst du es dir zur Aufgabe machen, ausschließlich Wasser und Tee zu trinken und keinen Kaffee.
  2. Mindestens 400g Gemüse und 250g Obst essen. Ich nehme aktuell sogar täglich zwischen 600g und 1 kg Gemüse zu mir.
  3. Betrachte pflanzliche Lebensmittel nicht als Ersatz, sondern als Bereicherung deines Speiseplans. Insbesondere in Bezug auf Proteine.
  4. Führe deinem Körper 1,5 g Eiweiß pro Kilo Körpergewicht pro Tag zu. Wertvolle Proteinquellen sind zum Beispiel Soja, Quark und Hülsenfrüchte.
  5. Ersetze das Wort Kohlenhydrate einmal gedanklich durch ballaststoffreich, viele Vollkornprodukte und zuckerarm.

 

Hintergrund: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Kohlenhydratzufuhr von 50 Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr. Dieser Empfehlung folgend nahmen die Deutschen jedoch über Jahre zu viele Kartoffeln und Brot zu sich. Inzwischen hat die DGE die Formulierung geändert: Der Rat, reichlich Kohlenhydrate in Form von Getreideprodukten und Kartoffeln zu verzehren, wurde gestrichen. Experten hatten schon lange kritisiert, dass ein solcher Ernährungsstil das Abnehmen erschwere und Diabetes begünstige. Wenn du dein Mindset also auch hier einmal gedanklich umstellst auf ballaststoffreich, machst du es dir sehr viel leichter. Die besten Ballaststoff-Lieferanten sind:

  • Obst: Äpfel, Birnen, Beeren, Kiwis und Zitrusfrüchte.
  • Getrocknete Früchte: Pflaumen, Rosinen und Aprikosen.
  • Gemüse: Brokkoli, Erbsen, Karotten, Kartoffeln sowie Rosen- und Weißkohl.
  • Vollkornprodukte: Vollkornbrot und Vollkornnudeln.
  • Nüsse und Samen.

 

Zur Ergänzung des Textes. Müsli Bowl mit Obst.PIN IT!

Zu guter Letzt: Nutze die Fastenzeit einmal dazu, nur Lebensmittel mit Bio-Siegel zu kaufen. Lege dein Augenmerk auch auf Fair-Trade-Siegel. Und verzichte auf alles, was nicht mindestens eines der beiden Kriterien erfüllen kann. Mit Fleisch und anderen unfairen Lebensmitteln solltest du sorgsam umgehen.

Manche Menschen empfehlen zurecht, sich andererseits mit weniger guten Vorsätzen zu belasten – und dafür eine einzige Sache besser machen. Das halte ich im minimalistischen Sinn für eine ziemlich gute Idee. Vorschläge dazu findest du im Beitrag 10 Dinge, die dein Leben nachhaltig verändern. Ein einziges davon reicht für den Anfang.

Ich wünsche dir eine schöne fünfte Jahreszeit
und danach erfolgreiches Fasten!

Deine Julia Beatrice

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