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Saint-Martin-de-Ré und die Festung von Vauban

Saint-Martin-de-Ré liegt genau in der Mitte der Île de Ré an der nördlichen Küstenlinie. Schon von Weitem fällt die riesige Festung auf – ein Fort, das Feinde von einer Belagerung abhalten sollte. Erbauer ist der Festungskünstler Sébastien Le Prestre, Seigneur de Vauban, im Dienst Ludwigs XIV.

Die Festung von Vauban

Die Citadelle Vauban erweckt die Vorstellung von der Bauleistung vergangener Jahrhunderte. Bis heute wirken die mächtigen Mauern unangetastet vom Zahn der Zeit.

Citadelle Vauban, Saint-Martin-de-Ré

Die Citadelle Vauban ist der Ausgangspunkt für einen Besuch des schönsten Städtchens in Frankreich.

Die zwischen 1681 und 1691 erbaute Ringfestung schützt den gesamten Ort Saint-Martin-de-Ré durch insgesamt 14 km lange halbkreisförmige Stadtmauern in einem Radius von 1,5 km. 2008 wurden die Festungsanlagen von Vauban in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Schlendere von dem historischen Ort aus gemütlich 1 km in Richtung Innenstadt und Hafen. Schon bald fällt dein Blick in die wunderschönen Häusergassen. Die weißen und grauen Mauern bilden mit den hellblauen Fensterläden ein sehr schönes Fotomotiv. Im Sommer blühen die Stockrosen und mischen ein paar Farbtupfer in die Kulisse.

Häusergasse, Saint-Martin-de-Ré

Die weißen Häusergassen sind das Markenzeichen von Saint-Martin-de-Ré.

Am inhabergeführten Laden Les Papas Confituriers teilt sich der Weg in die beiden Shoppingmeilen Rue de Sully und Rue Jean Jaurès. Hier bist du im Paradies der Modeliebhaber:innen und kannst mühelos den ganzen Tag in den Concept Stores nach Kleidung, Interieur und lokalen Spezialitäten stöbern.

Platz in Saint-Martin-de-Ré

An diesem wunderschönen Platz beginnen die Shoppingmeilen.

Der Port von Saint-Martin-de-Ré

Beide Einkaufsmeilen führen zum blitzblanken Hafen, in dem beneidenswerte Segelboote auf den Wellen schaukeln. Wäre es nicht schön, mit Baguette, Käse und Wein zu den anderen Inseln – Île d’Oléron und Île d’Aix – zu segeln?

Abseits der Touristenpfade führt dich der Weg in eine Seitengasse des Quai Job Foran. Verpasse sie nicht und halte Ausschau nach dem Schriftzug Atlantic Cinéma. Hier strömen französische Chansons in die Luft und authentische Restaurants warten auf die ersten Mittagsbesucher.

Freizeitsegler hellen den Port mit den blitzblanken Außenwänden ihrer Boote auf. Eine Zeichnung an einer Mauer am Hafen präsentiert die interessante Form der Ile de Re.



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Das Atlantic Cinéma – versteckter, romantischer Ort in Saint-Martin-de-Ré.

Der Clocher Observatoire

Für einen Blick von oben auf den Hafen und die Gassen von Saint-Martin lohnt sich der Aufstieg auf den Clocher Observatoire en Ré. Der Clocher Observatoire ist der 360-Grad-Aussichtsturm der imposanten Kirche St-Martin. Er öffnet in den Sommermonaten täglich um 10 Uhr und schließt bei Sonnenuntergang. Einige Tourist:innen beschweren sich, dies sei nicht der Fall. Auf die schlechte Rezension wird geantwortet, dass der französische Turmwächter diese Möglichkeit nur anbietet, wenn auch ein Sonnenuntergang, und kein Regen, zu erwarten ist.

Der Aufstieg zum Clocher Observatoire beginnt an der Straße Pl. Eudes d’Aquitaine, Ecke Rue du Palais. Schilder neben einer geöffneten kleinen Seitentür zeigen dir an, dass du richtig bist und wie viel der Aufstieg kostet. Es ist wirklich preiswert – etwas mehr als zwei Euro (Stand 2022). Die 117 Treppen aus Stein und Holz sind an manchen Stellen recht eng, doch eine Ampel regelt ein wenig den Verkehr. Das ist wichtig, vor allem wenn eine Schulklasse hinaufströmt.

Dies ist der Eingang zum Clocher Observatoire.

Dieses Detail gibt preis, dass sich der Turmwächter Gedanken macht, um für ein schönes Erlebnis in deinem Urlaub zu sorgen. Aufgrund seiner liebevollen Pflege und der historischen Bedeutung der Kirche hat es der Point of Interest sogar in den Lonely Planet geschafft. Kein Wunder – der Blick über die Stadt, die historische Festung Vauban und alle Befestigungsanlagen, welche Saint Martin umgeben, lohnt sich sehr. Nach französischer Lebensart musst du jedoch damit rechnen, dass der Turmwächter dann und wann ein Schild an die Tür hängt – bin gleich zurück. Schließlich locken die umgebenden Restaurants mit Köstlichkeiten.

Fantastischer Ausblick auf Saint-Martin-de-Ré.

Die Lage der Kirche St-Martin eignet sich besonders, um ein Mittag- oder Abendessen anzuschließen. Etliche Restaurants liegen in der Nähe und eines überbietet das andere mit seinen Düften. Gut gestärkt bietet es sich an, den Strand von Saint-Martin-de-Ré zu erkunden. Es ist einer der wenigen Stadtstrände der Insel.

Das Museum Ernest Cognacq

Ein Besuch im Museum Ernest Cognacq rundet die Besichtigung von Saint-Martin-de-Ré ab. Cognacq ist übrigens nicht der Namensgeber des Getränks, sondern der reiche Besitzer eines Kaufhauses in Paris. Ernest Cognacq ist Stifter des Museums im Hotel de Clerjotte. Ein Besuch im Museum ist gut geeignet, um die Geschichte der Ile de Ré besser zu verstehen und kennenzulernen.

Fazit: Saint-Martin-de-Ré ist ein sehr filigraner Ort mit hübschen Häuserfassaden und einem reichhaltigen historischen Erbe. Die Stadt liegt nur wenige Kilometer von La Rochelle entfernt auf der Ile de Ré.

Wandgemälde der Ile de Ré.

Du möchtest länger in Saint-Martin-de-Ré bleiben? Lies am besten meinen ausführlichen Beitrag über die Ile de Ré, der nach zwei Aufenthalten dort entstanden ist. Der Reisebericht enthält auch einen Hoteltipp für Saint-Martin-de-Ré.

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Julia Beatrice war früher Journalistin und schreibt heute auf Julias Journeyz über das Reisen. Außerdem gibt sie Tipps für einen minimalistischen Lebensstil. Sie ist ein Katzenmensch, fährt lieber ans Meer als in die Berge und liebt ihren Kaffee mit einem Löffel Zucker auf dem Milchschaum. Sie mag nicht, was alle mögen und hasst die Einschränkung von Freiräumen.

6 Kommentare

  1. Wunderschön! Ich liebe Frankreich und habe schon einige Ecken gesehen, aber auf eine der Inseln war ich noch nie. Zuletzt sind wir bis nach Nantes und Loire-Atlantique gekommen. Von dort aus ist es ja nicht mehr weit. LG, Nadine

    • Julia sagt

      Hi Nadine,

      von Nantes und Loire-Atlantique aus ist es wirklich nicht mehr weit. Die Inseln, und gerade die Île de Ré, sind sehr ursprünglich und bewahren die alten Fischer-, Austern- und Salzanbau-Traditionen. Wichtig ist, im Sommer an den Wochenenden viel Zeit für die Mautstation vor der Brücke zur Île de Ré einzuplanen. Es gibt keinen anderen Weg, außer du fliegst von La Rochelle, doch das ist ja nicht unbedingt nötig. Noch ursprünglicher, so habe ich mir von einem Franzosen aus „17“ – dem Département Charente-Maritime – sagen lassen ist die Île-d’Aix. Sie ist viel kleiner und bestimmt richtig nice 🙂

      LG Julia

  2. Das klingt ja richtig verlockend. Besonders die Gassen und das Kino haben es mir angetan. Einmal mehr wird mir klar, dass ich öfter einmal nach Frankreich reisen sollte. Tatsächlich kenne ich noch nicht besonders viel von diesem Land.

    • Julia sagt

      Liebe Carola,

      unbedingt nächstes Jahr eine Reise nach Frankreich einplanen – ich kann das Vorhaben nur unterstützen 🙂 Wir waren jetzt vier Mal hintereinander da und das Land hat uns immer wieder überzeugt.

      Liebe Grüße
      Julia

  3. Wow, wir waren schon in der Ecke, aber dort leider nicht. Dabei sieht das wirklich toll aus, nächstes mal planen wir das mit ein.
    Danke für Deinen Bericht
    Liebe Grüße aus dem Münsterland
    Elly

    • Julia sagt

      Liebe Elly,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar. Sehr gerne und ja, die Île de Ré ist wunderschön <3

      Liebe Grüße
      Julia

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