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Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Ein besonderer Teil Frankreichs

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten – Du m├Âchtest wissen, was die Normandie auszeichnet? Auf der Reise in die Normandie f├Ąhrt man durch ein malerisches, h├╝geliges, sehr gr├╝nes Hinterland. Diese Landschaft wird immer wieder durch sehr hohe Hecken unterbrochen, welche die Felder und Wiesen vor dem Wind sch├╝tzen. Die Normandie ist Pferdeland, aber auch Rinder und Schafe fallen einem oft auf. Zudem wird vornehmlich Obst angebaut. Im Fr├╝hjahr bl├╝hen Millionen von Apfelb├Ąumen. Aus den vergorenen ├äpfeln stellt man den hier beliebten Cidre und auch Calvados her. Zum Kennenlernen m├Âchte ich den Cidre Doux empfehlen – er ist lieblicher ausgebaut.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Sonnenuntergang am Juno BeachVon unserer Ferienwohnung mit Blick auf den Fluss Seulles an der M├╝ndung in den ├ärmelkanal konnten wir bequem innerhalb von 10 Gehminuten am Juno Beach sein. Wir hatten f├╝r den Sommerurlaub eine Unterkunft in Courseulles-sur-Mer gebucht. Der wenig touristisch erschlossene Ort Courseulles-sur-Mer mit ├╝ber 4.000 Einwohnern, liegt oberhalb der Stadt Caen direkt am Juno Beach. Jeden Abend haben wir an der K├╝ste der Normandie einen gl├╝henden roten Feuerball im Meer untergehen sehen. Ein Traum f├╝r jeden Sunset-Spotter, und der Jahrhundertsommer 2018 machte es uns m├Âglich.

Wo genau war der D Day?

Alle Str├Ąnde in der Normandie zeichnet, so unterschiedlich sie auch zum Teil sind, feiner Sand und sehr sauberes, klares Wasser aus. Doch nicht immer war es hier alles so beschaulich und vor allem friedlich ÔÇô davon zeugen heute noch an fast jedem Strand die ├ťberreste der von Deutschen errichteten Bunkeranlagen des Atlantikwalls. Juno war einer der f├╝nf Landungsstr├Ąnde namens Gold, Omaha, Sword und Utah, der Operation Overlord. In erbitterten Schlachten wurde hier um die Freiheit des Kontinents gerungen. Aus strategischen Gr├╝nden wurde zuerst die Festung Pointe du Hoc gest├╝rmt. Der Felsen zwischen den Strandabschnitten Utah Beach und Omaha Beach ragt 30 Meter senkrecht ├╝ber dem Strand auf. Die Klippen am Pointe du Hoc geh├Âren definitiv zu den Normandie Sehensw├╝rdigkeiten.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten Blick auf den Felsen Pointe du Hoc

Der Felsen Pointe du Hoc.

Die Kanadier eroberten unseren Strandabschnitt, Juno Beach, w├Ąhrend der Landungen am D-Day von den deutschen Besatzern zur├╝ck. In Europas dunkelster Stunde der Neuzeit wurde das Licht der Freiheit am 6.6.44, dem D-Day, an den Str├Ąnden der Normandie neu entfacht. Die Franzosen haben die Befreiungnie vergessen und feiern am Juno-Beach, wie an allen Landungsstr├Ąnden, allj├Ąhrlich das Feu Canadien. Gut eine Woche nach dem D-Day betrat in Courseulles-sur-mer ein gewisser Charles de Gaulle erstmals wieder franz├Âsisches Festland. F├╝r Interessierte lohnt sich ein Besuch im Museum Juno-Beach-Centre.

Die Normandie erkunden hei├čt auch Leckereien entdecken

Freunde von Meeresfr├╝chten und frisch gefangenem Fisch freuen sich im kleinen Hafen von Courseulles-sur-mer ├╝ber ein reichhaltiges Angebot von exzellenter Qualit├Ąt. Die Fischer verkaufen den gerade noch im Meer geschwommen Fisch zu wirklich fairen Preisen. Wir erinnern uns gern an die selbstgekochten Mahlzeiten mit Flunder, Scholle und Miesmuscheln. Die M├Âwen zahlen ├╝brigens nichts, sie warten geduldig eine g├╝nstige Gelegenheit ab und rauben sich ÔÇ×ihren AnteilÔÇť am Fang von den Auslagen. Direkt am Hafen liegt die Fu├čballkneipe L’R du Port – sie bietet Moules frites an – wie auch das gegen├╝berliegende Restaurant Au P’tit Mousse, wo die Austern besonders gut schmecken.

Wer lieber Fleisch isst sollte unbedingt den Burger Normand probieren. Eine interessante Kombination von amerikanischer und franz├Âsischer K├╝che. W├╝rdet ihr etwa darauf kommen, euren Burger anstatt mit Scheibenk├Ąse mit Camembert und etwas Apfel zuzubereiten? Ungew├Âhnlich, aber wirklich schmackhaft ÔÇô dazu passt sehr gut ein Glas Cidre.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Arromanches-les-Bains

Auf einer Tour Richtung Westen nach Arromanches-les-Bains hat man von den hohen Steilklippen einen beeindruckenden Blick ├╝ber den Ort und die Bucht. Nicht unweit vom Strand liegen riesige, rechteckige Gebilde im Wasser, mal mehr oder weniger von der Flut umsp├╝lt. Es handelt sich um die historischen Reste eines k├╝nstlichen Versorgungshafens der Alliierten, der nach dem D-Day den Nachschub sichern sollte. Dieser Hafen des Landungsabschnitts mit dem Codenamen Gold ist nicht wirklich in Betrieb gegangen, weil er bei einem Sturm zerst├Ârt wurde. Als Folge liegen heute die Pontons auf mehrere Kilometer zerstreut im Meer.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Der ehemalige k├╝nstliche Hafen in Arromanches-les-Bains

Der k├╝nstliche Mulberry-Hafen von Arromanches-les-Bains.

Mit dem k├╝nstlichen Mulberry Hafen sollte die Verbindung zu den kanadischen Truppen am Juno Beach hergestellt werden. Mulberry H├Ąfen waren dazu da, sehr schnell Fahrzeuge und Versorgung an Land zu bringen, dazu wurden Pontons aus Beton genutzt. In 1.000 Tagen landeten 22.0000 Soldaten, 53.0000 Tonnen Versorgungsmittel und 39.000 Fahrzeuge an den k├╝nstlichen H├Ąfen in der Normandie.

Wer mag kann sich im 360 Grad Kino von Arromanches den Kurzfilm ├╝ber die D├ębarquement de Normandie [dt. = Landung in der Normandie] ansehen. Ein ziemlich lautes Spektakel, aber es verdeutlicht auf eine sehr eindr├╝ckliche Weise, was der Krieg in diesem Teil Frankreichs angerichtet hat und warum diese Ereignisse sich so tief in die Erinnerungskultur der Franzosen eingepr├Ągt haben.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Der Teppich von Bayeux

Noch weiter zur├╝ck in die Vergangenheit reist man nach Bayeux, eine pittoreske, mittelalterliche Stadt mit einer sehr sch├Ânen Altstadt. Ein Besuch im Museum Mus├ęe de la Tapisserie, welches den mittelalterlichen Teppich von Bayeux ausgestellt, ist ein Muss. Guillaume le Conqu├ęrant ÔÇô William the Conqueror ÔÇô Wilhelm der Eroberer, ein direkter Nachfahre von Rollo dem Wikinger, hat hier die Eroberung Englands in Bildern, in einer Art mittelalterlichem Comicstrip, darstellen lassen. Er zeigt die Geschichte der Eroberung Englands durch die Normannen in der ber├╝hmten Schlacht von Hastings im Jahre 1066.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Ausschnitt des Teppichs von Bayeux

Ein Bildausschnitt des ber├╝hmten Teppichs von Bayeux.

Damit endete die Linie der angels├Ąchsischen K├Ânige in England. Fortan hatten alle englischen Herrscher den Anspruch und das Bestreben auch K├Ânige Frankreichs zu werden. Eine der Folgen war der Hundertj├Ąhrige Krieg, der mit der Vertreibung der Engl├Ąnder aus Frankreich im Jahr 1453 endete. Erst 1802, mit dem Frieden von Amiens, verzichteten die englischen K├Ânige offiziell auf den franz├Âsischen Thron, da es ihn schlichtweg nicht mehr gab. Die Franz├Âsische Revolution hatte die Monarchie beendet und die Republik ausgerufen. Die Normandie┬á – an dieser Region im Norden Frankreichs finde ich so faszinierend, dass hier ├╝ber Jahrhunderte immer wieder bedeutsame Ereignisse f├╝r die Geschichte Europas und der Welt geschehen sind.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Blick von unten auf die Kathedrale von Bayeux.

Bayeux hat au├čerdem eine besonders sch├Âne Kathedrale, deren Besuch ich dir unbedingt ans Herz lege.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Zum amerikanischen Friedhof Colleville-sur-Mer

In der Basse-Normandie wollten wir uns noch viel mehr mit der Historie und Kultur besch├Ąftigen, haben uns aber dann f├╝r den Besuch von weiteren Str├Ąnden entschieden. Ein weiteres Highlight an der C├┤te de Nacre ist Omaha Beach. Ein wundersch├Âner, endloser Sandstrand, der auf den ersten Blick wirklich nicht erahnen l├Ąsst, welche Dramen sich dort abgespielt haben. Auch hier hat die Geschichte ihre pr├Ągenden Spuren hinterlassen. Der Beginn von Steven Spielbergs Saving Private Ryan visualisiert nur allzu eindr├╝cklich die Schlachtfelder des D-Day. In den ersten Stunden der Landung haben die amerikanischen Truppen sehr hohe Verluste hinnehmen m├╝ssen.

Viele GI`s starben, noch bevor sie ├╝berhaupt den Strand erreichen konnten. Oberhalb des Strandes befindet sich in der kleinen Gemeinde Colleville-sur-Mer das Normandy American Cemetery and Memorial. Die Franzosen haben aus Dankbarkeit den Amerikanern, f├╝r ihren unerm├╝dlichen Einsatz f├╝r die Freiheit, ein 49 ha gro├čes Areal ├╝berlassen. Fast 10.000 amerikanische Soldaten haben auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden. Es waren sehr viele junge Menschen, dessen Leben und Tr├Ąume schon in den ersten Stunden des D-Day abrupt beendet wurden.

Normandie Sehensw├╝rdigkeiten: Gr├Ąberreihen auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer im Nebel

Der amerikanische Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer.

Zwischen all den in Reihe gezogenen Gr├Ąbern mit den vielen wei├čen Kreuzen stehen – und das empfand ich als besonders anr├╝hrend – etliche Davidsterne. Es liegt nun an uns, dass wir und kommende Generationen, dieselben Fehler nicht erneut begehen. So k├Ânnen wir am besten all jenen, die dort liegen, die Ehre erweisen und unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.

Vor dieser Reise h├Ątte ich mir nicht tr├Ąumen lassen, dieses Land mit seiner reichhaltigen Kultur und Historie ins Herz zu schlie├čen. Drei Wochen waren leider viel zu kurz, denn selten hat mich ein Urlaubsland so nachhaltig beeindruckt. Mittlerweile waren wir bereits dreimal in Frankreich; es folgten die Bretagne und die ├Äle de R├ę. Eines Tages kehren wir sicherlich in die Normandie zur├╝ck, um mehr ├╝ber die Orte und Geschichten zu erfahren, die diese einzigartige Region am ├ärmelkanal f├╝r uns noch bereit h├Ąlt. Vive la Normandie!

Gastautor
Frankreich? Ausgerechnet die Normandie? So reagierte mein Mann Nils, als ich ihm im Hitzesommer 2018 vorschlug, statt nach Marokko in die Normandie zu reisen. Bis dahin hatte er das Departement Calvados nur w├Ąhrend eines Sch├╝leraustauschs kennengelernt. Damals konnte er sich noch nicht so wirklich f├╝r die vielf├Ąltige Kultur und Historie begeistern, die dieser Landstrich zu bieten hat. Das ├Ąnderte sich mit der Reise nach Courseulles-sur-Mer, ├╝ber die er erstmalig einen Gastbeitrag auf meinem Blog verfasst hat.

Normandie Songlist

Normandie Buchtipp

D-Day, das war die gr├Â├čte milit├Ąrische Operation aller Zeiten: die Invasion der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie. In D-Day. Die Schlacht um die Normandie zeichnet Antony Beevor zeichnet diesen Tag minuti├Âs nach. HautnahÔÇŽ

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von

Julia Beatrice war fr├╝her Journalistin und schreibt heute auf Julias Journeyz ├╝ber das Reisen. Au├čerdem gibt sie Tipps f├╝r einen minimalistischen Lebensstil. Sie ist ein Katzenmensch, f├Ąhrt lieber ans Meer als in die Berge und liebt ihren Kaffee mit einem L├Âffel Zucker auf dem Milchschaum. Sie mag nicht, was alle m├Âgen und hasst die Einschr├Ąnkung von Freir├Ąumen.

4 Kommentare

    • Julia sagt

      Hallo Barbara,

      sehr gerne und das freut uns. Unsere Erinnerung an die Normandie erzeugt ebenfalls ein lebendiges und vielf├Ąltiges Bild.

      Liebe Gr├╝├če
      Julia und Nils

  1. Theresa sagt

    Oh, die sch├Âne Normandie. Die vorgestellten St├Ątten sind wirklich einen Besuch wert. Ich fand sie mega interessant. Vor allem den Normandy American Cemetery and Memorial und die Landing Beaches. Aber nicht nur die Basse-Normandie ist sch├Ân. Mir hat es besondes die Haute-Normandie angetan.

    Liebe Gr├╝├če aus Berlin

    • Julia sagt

      Moin Theresa,

      vielen Dank f├╝r deinen lieben Kommentar. Das stimmt, die Haute-Normandie steht definitiv auch auf unserer Liste.

      Liebe Gr├╝├če
      Julia und Nils

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