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Pazifischer Nordwesten – Regenwälder, Wasserfälle, Bergwelten

Pazifischer Nordwesten der USA und Kanada: Er umfasst die Küste der Staaten Washington und Oregon, den südlichen Zipfel Kanadas mit Vancouver Island und Vancouver selbst. Seit vielen Jahren hatte ich davon geträumt, Vancouver zu sehen. Mich faszinierten die Bilder von Wolkenkratzern vor schneebedeckten Berggipfeln. Als ich mir endlich diesen Traum erfüllte, dehnte ich die Reise nach Vancouver aus und machte einen Roadtrip durch den gesamten Pazifischen Nordwesten daraus.

Wir fuhren insgesamt 2500 Meilen, also 4050 Kilometer mit diesen Übernachtungsstationen: SeattleMt. Rainier NationalparkColumbia River GorgeOregon Coast (Florence)Crescent City (Nordkalifornien) – Seaside – Olympic National ParkVancouver Island (Tofino)Vancouver – Seattle.

Begebe dich mit mir auf die Reise zu bezaubernden Naturwundern, interessanten Städten und der Kultur der First Nations.

21 Tage Pazifischer Nordwesten – Übersicht Route

#1 Seattle 2 Nächte
#2 Kurt Cobain Aberdeen Tour
#3 Mount Rainier National Park 1 Nacht
#4 Über den Mount St. Helens zur Columbia River Gorge 2 Nächte
#5 Die Strände an der Küste von Oregon 2 Nächte
#6 Redwood National and State Parks 2 Nächte
#7 Olympic National Park 3 Nächte
#8 Vancouver Island und Vancouver 6 Nächte
Eine Nacht im Flughafenhotel Seattle und eine Rückflug über Nacht 2 Nächte

Seattle – perfekte Lage zwischen Wasser und Bergen

Wenn du dir Seattle auf der Karte anschaust, erkennst du was die Stadt ausmacht. Seattle liegt auf einer Landenge zwischen dem Puget Sound und dem Lake Washington. Auf Google Maps ist zu sehen: Der Puget Sound hat einen Zugang zum Pazifik und auf der gegenüberliegenden Uferseite erheben sich auf einer Halbinsel die Olympic Mountains. Dieses Zusammenspiel aus Meerenge, Gebirgen und amerikanischer Stadt ist einmalig.

Im Reisebüro wurde uns gesagt, Seattle sei eine der am meisten unterschätzten Städte in den USA und touristisch gesehen nur „Nummer 3 Destination“ – nach dem Dreieck LA, San Francisco, Las Vegas auf der einen und New York auf der anderen Seite. Seattle – eine Nummer 3 Destination? Das fanden wir überhaupt nicht.

Schau dir die Lage der Stadt, welche nicht zuletzt durch den Film „Schlaflos in Seattle“ bekannter geworden ist, einmal auf der Website von Google Maps an und ich garantiere, du bekommst Lust auf diese einmalig schöne Stadt im Nordwesten der USA.

Topographische Landkarte des Pazifischen Nordwesten

Seattle auf der Karte – es schmiegt sich an die Meerenge Puget Sound (gelber Punkt).

Was kann man in Seattle machen? Populäre Sehenswürdigkeiten und viele Geheimtipps findest du in meinem Artikel: 5 Top Seattle Sehenswürdigkeiten mit dem City Pass entdecken.

Portland – Trendmetropole der USA

Von Seattle sind es circa drei Stunden Fahrt nach Portland, das als die Trendmetropole der Staaten gilt und eine lebendige, alternative und weltoffene Szene pflegt. Unter den Top-Sehenswürdigkeiten, die hier gut zusammengestellt sind, empfehle ich dir, den Saturday Market, den Japanese Garden und Powell’s City of Books nicht zu verpassen – selbst wenn du wenig Zeit hast.

Ein Besuch des samstäglichen Kunsthandwerkermarktes im Zentrum von Portland ist eins der Highlights im Pacific Northwest. Mitglieder der Künstler-Community von Portland bieten auf dem Saturday Market hochwertige Artikel an. Menschen, die gern malerisch und zeichnerisch unterwegs sind, können sich dort gut einige Ideen abschauen. Ich selbst bekam auch viel Lust, mal wieder selbst Pinsel oder Bleistift in die Hand zu nehmen.

Die ausführliche Besichtigung des Japanischen Gartens bleibt als besondere Erinnerung an unsere Reise in das pnw definitiv hängen. Portlands Japanischer Garten gilt als einer der schönsten außerhalb Japans:

 

Genieße auch unbedingt den Blick vom Japanischen Garten aus auf den Gipfel des Mount Hood der Cascade Mountains.

Tauche zurück im Stadtzentrum unbedingt ein in die Welt von Powell’s City of Books. Seit der Gründung im Jahr 1971 hat sich Powell’s von einem schlichten Laden zu einem Wahrzeichen Portlands und einem der großen Buchhändler dieser Welt gemausert. Powell’s City of Books erstreckt sich über einen kompletten Häuserblock und bietet in 3.500 verschiedenen Bereichen mehr als 1,5 Millionen Bücher zum Verkauf an.

Genieße im ladeneigenen Coffee Shop eine Tasse Kaffee, schnapp dir eine Karte der neun farbcodierten Räume und durchstöbere das größte Buchgeschäft und Antiquariat auf Erden. Öffnungszeiten: 9 bis 23 Uhr, 365 Tage im Jahr; Eintritt frei.

Oregon Coast

Der Weg durch Pazifik Nordwest sollte dich unbedingt auch an die Küste von Oregon führen. Hier kannst du tolle Eindrücke der fantastischen Küstenlinie sammeln. Zum Beispiel in der Oregon Dunes National Recreation Area, ein Dünengebiet, das bei Florence beginnt und erst 50 Kilometer weiter südlich, in Coos Bay, ausläuft.

Oregon Coast – zu welchen Stränden solltest du fahren? Kompakte Infos bekommst du in meinem Beitrag: Alle Strände an der Küste von Oregon.

Olympic National Park

Der Olympic National Park liegt im Staat Washington der USA, gegenüber des Puget Sound von Seattle. Er ist Teil eines Netzes von gemäßigten Regenwäldern, das den Globus umspannt. An vier großen Flusslinien erstrecken sich die Regenwälder des Olympic National Park: Bogachiel, Hoh, Queets und Quinault Valley.

Neben dem Besuch der Bergwelten und Wanderwege würde ich dir empfehlen, entlang der Küste im Norden der Halbinsel zu fahren. Die Strecke führt über den Highway 112 von Port Angeles zur Neah Bay im Indianerreservat der Makah. Das gegenüberliegende Ufer gehört schon zu Kanada.

Die Küstenlinien von Vancouver Island und der Olympic Halbinsel werden durch die Meerenge Strait of Juan de Fuca getrennt. Im Nordosten und rechts von Vancouver Island liegen die San Juan Islands, ebenfalls ein Geheimtipp. Unseren Tag am Strand verbrachten wir in der Salt Creek Recreation Area, nahe Port Crescent.

Kinder spielen im Wasser in der Salt Creek Recreation Area - Olympic National Park

Die Salt Creek Recreation Area – Freizeitparadies für Surfer und Familien.

Dieser Beitrag führt dich noch tiefer in den Olympic National Park hinein: Olympic National Park: Twilight Country.

Was kann man im Pazifischen Nordwesten machen?

Vor allem Outdoor-Aktivitäten, wie:

  • Wandern
  • Campen
  • SUP
  • Kanufahren, Kayak fahren
  • Skifahren
  • Strandleben
  • Fotografieren

Zum Wandern eignen sich alle Gebiete des Kaskadengebirges. Am Mount Rainier kannst du wunderschöne Wildblumen-Wiesen auf einem Wildflower Trail erwandern. Der Mount St. Helens ist ein Vulkan, der nach Jahrzehnten der Ruhe wieder mehr Aktivität zeigt. Zum Skifahren eignet sich zum Beispiel der Mount Hood – es ist auch ein kulturell interessanter Ort: Unterhalb des Mount Hood wurden bei der Timberline Lodge viele Außenaufnahmen für Stanley Kubricks Horrorfilm The Shining gedreht. Das eigentliche Hotelgebäude von The Shining liegt allerdings nicht in Oregon, sondern in Colorado.

Alles rund ums Wasser erlebst du in der Schlucht des Columbia River. Der mächtige Fluss bietet tolle Reviere für das SUP, auch in seinen Nebenarmen. Das Gebiet der Columbia River Gorge ist außerdem für Lavendelfelder und sehr viele Organic Farms bekannt, in denen Beeren aber auch weitere Sorten von Obst und Gemüse frisch vom Feld auf die Tische der Restaurants kommen. An einem historischen Highway liegen ein paar der wunderschönsten Wasserfälle, darunter auch die berühmten Multnomah Falls Der tiefste See in den USA liegt ebenfalls im Pazifischen Nordwesten, es ist der klarblaue Crater Lake.

Pazifischer Nordwesten – Reiseanbieter nutzen oder selbst buchen?

Unsere Reise in den Pazifischen Nordwesten der USA war unsere fünfte Reise nach Nord- und Mittelamerika. Entsprechend hatten wir schon Erfahrung mit Anbietern von Amerikareisen. Wir waren mit der TUI in Ostkanada, mit Canusa in USA-West und USA-Ost und mit Meiers Weltreisen in Mexiko. Bis auf Mexiko waren es ausschließlich Mietwagenrundreisen. Dieses Mal entschieden wir uns für America Unlimited. Das funktionierte sehr gut.

Das hannoversche Reiseunternehmen America Unlimited bietet fertige Rundreisen an, legt aber besonderen Wert auf die individuelle Begleitung von Kund:innen. Die vorgefertigten Reisen beinhalten viele Highlights und haben diverse Vorteile. Du kannst dich zum Beispiel auf bewährte Routen und Hotels verlassen.

Wenn du jedoch Lust hast, dich auf Webseiten selbst zu informieren – um Unterkünfte und Orte zu finden, die abseits des Massentourismus liegen – dann lass dir von America Unlimited Touren mit Einzelbausteinen zusammenstellen.

Individuelle Strecken, nach deinen Wünschen zusammengestellt, sind günstige Alternativen – und sogar noch komfortabler und liebevoller. Viele tolle Hotels und Orte führen die konventionellen Reiseanbieter nicht im Programm. Bei den Flügen lohnen sich natürlich auch Preisvergleiche über einen längeren Zeitraum, mithilfe von Preisvergleichsportalen. Mit Informationen zur Flugauswahl kann dich America Unlimited ebenfalls beraten.

Pazifischer Nordwesten – Flug und Ankunft

Unser Flug mit Delta Airlines startete von Amsterdam nonstop nach Seattle-Tacoma. Er führte uns 7.848 Kilometer über den Atlantik und dauerte exakt 10 Stunden und 6 Minuten. In den letzten beiden Stunden vor der Landung in Seattle-Tacoma sahen wir viele Gipfel der Berge kanadischer Nationalparks aus den Wolken emporragen.

In Bezug auf Langstreckenflüge bestand Delta ganz klar den Vergleich mit Air France, Lufthansa und Condor. Der Service war sehr gut koordiniert, das Essen okay und vor allem das Film- und Serienangebot für die auf der Rückseite des Vordersitzes installierten Bildschirme war super. Für insgesamt 106 Euro (zwei Personen, einfache Strecke) sicherten wir uns zwei Plätze am Fenster. Mehr Bewegungsfreiheit und ein Platz in einer Zweier- statt einer Viererreihe zahlten sich aus.

Durch die neue internationale Ankunftshalle am Seattle-Tacoma International Airport (SEA) wird die Effizienz der internationalen Ankünfte gesteigert. Mit ersten Eindrücken der wundervollen Natur in den Bundesstaaten Oregon und Washington wird Besucher:innen ab Sommer 2021 ein herzliches Willkommen in Seattle und Washington State vermittelt. Hier geht es zu weiteren Informationen der Port of Seattle Tourismusorganisation.

Zum Hotel fuhren wir mit dem Airport Downtowner für knapp 34 Euro… und dann ging’s erstmal kurz schlafen, erholen vom Langstreckenflug.

Pazifischer Nordwesten – Einreise

Für eine Reise in die USA bis zu 90 Tage benötigst du eine ESTA-Registrierung, und unser Reiseanbieter America Unlimited riet uns auch zu einer eTA-Registrierung für das Erreichen von Kanada mit dem Mietwagen. Grundsätzlich ist eTA nur für die Einreise per Flug Pflicht.

Die beiden Einreisevisa werden im Internet auch von vielen Scharlatanen verkauft: Sie nutzen das Logo der Regierungen und geben vor, dass es sich um eine offizielle ESTA- bzw. eTA-Seite handelt. Dann berechnen sie ein Vielfaches an Gebühren für das jeweilige Visum.

Eine offizielle ESTA-Registrierung kostet 14 USD und eTA 7 CAD. Die offizielle ESTA-Seite findest du hier, und die eTA-Website hier. ESTA ist für zwei Jahre gültig oder bis der Reisepass abläuft. Ein Reisepass ist nötig, und er muss für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig sein. In Kanada kannst du mit eTA sogar bis zu 6 Monate reisen, und die eTA-Registrierung läuft erst nach 5 Jahren ab.

Wer übrigens – wie ich – immer unsicher ist, ob man eine Nagelschere in den Koffer tun darf, dem empfehle ich den Besuch der Website mit aktuellen Gepäckbestimmungen. Und ja, natürlich darf man das. Den Koffer übrigens nie abschließen, er wird von der Transportation Security Administration konsequent untersucht und notfalls aufgebrochen. Als Nachweis der Untersuchung liegt dann eine Notice of Baggage Inspection im Koffer.

Pazifischer Nordwesten – Wetter

Oft wird der pazifische Nordwesten als „Regenloch“ beschrieben – eine einzige Wolkendecke, die praktisch nie aufreißt. Das stimmt absolut nicht. Wie in Deutschland auch gibt es im Sommer die wenigsten Regentage.

Als wir im August da waren, sprachen die Menschen von einem Jahrhundertsommer: Es war unfassbar heiß. August ist der trockenste Monat und somit die beste Reisezeit für den Pazifischen Nordwesten. Wir hatten 21 Tage Sonne, nie Regen und kaum Wolken.

Pazifischer Nordwesten – Geschichtliches

Im 19. Jahrhundert waren die heutigen Bundesstaaten Washington, Oregon, Idaho und West-Montana sowie der Großteil von British Columbia Teil des Oregon Country, das gemeinsam von den Vereinigten Staaten und Großbritannien verwaltet wurde. Mit der Ausdehnung der amerikanischen Pelzhandelsinteressen bahnten sich jedoch Gebietsstreitigkeiten bis hin zu Kriegsparolen an.

1846 vereinbarten Großbritannien und die Vereinigten Staaten im Oregon-Vertrag, dass Oregon Country durch den 49. Breitengrad geteilt wird. Im Gegenzug wurde die Grenze zu Mexiko auf den 42. Breitengrad verlegt.

So verfügten beide Länder über einen etwa gleich großen Zugang zum Pazifik. Später wurde im Norden der britische Teil von British Columbia in Kanada integriert. Das war 1871. Bis dahin galt als pazifischer Nordwesten also eher ein territoriales als ein geographisches Gebiet.

Heute betrachten wir den pazifischen Nordwesten unabhängig von Staat und Grenzen. Pazifik Nordwest – das ist das geographische Gebiet am Pazifischen Ozean, auf der Seite der USA ab Oregon und auf der Seite von Kanada wird Vancouver Island hinzugezählt. Im Landesinneren Richtung Osten kannst du dir die Grenze an der Ortsmarke Hells Canyon vorstellen.

Pazifischer Nordwesten Songlist

Pazifischer Nordwesten Buchtipp

Die Twilight Saga und Liebesgeschichte von Bella und Vampir Edward spielt in Forks, Olympic National Park.

Video Pazifischer Nordwesten

Für das Netzwerk von Reisenden Journey Stamps habe ich einen Videovortrag zum pnw gehalten.

Kategorie: ♡ Reisen, Fernreisen, Kanada, Roadtrips, USA

von

Julia Beatrice war früher Journalistin und schreibt heute auf Julias Journeyz über das Reisen. Außerdem gibt sie Tipps für einen minimalistischen Lebensstil. Sie ist ein Katzenmensch, fährt lieber ans Meer als in die Berge und liebt ihren Kaffee mit einem Löffel Zucker auf dem Milchschaum. Sie mag nicht, was alle mögen und hasst die Einschränkung von Freiräumen.

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